Fahrspaß mit den Spritsparern?

Seite 6: Fahrspaß mit den Spritsparern?

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Sowohl der VW Passat BlueMotion als auch der Honda Civic Hybrid sind recht große Fahrzeuge, bei denen es an Platz nicht mangeln sollte. Zudem versuchen sowohl der Deutsche als auch der Japaner durch gute Verarbeitung zu glänzen. Der Innenraum des Passat enthält keinen direkten Hinweis darauf, dass wir gerade mit einem BlueMotion-Modell unterwegs sind. Zwar reicht die Beschriftung des Schalthebels nur bis zur „5“, worüber wir uns ja schon geärgert haben, und die serienmäßige Multifunktionsanzeige ist in der Lage, den optimalen Gang vorzuschlagen, aber mehr ist von BlueMotion innen drin nicht zu sehen. Der Passat-Innenraum ist riesig, auch hinten haben sehr große Erwachsene richtig viel Platz. Dazu kommen viel Kopffreiheit und der angemessene Kofferraum, der bis zu 565 Liter Gepäck frisst. Das Gestühl ist angenehm straff und lädt mit sportlichem Seitenhalt zum Verweilen ein. Alle Oberflächen wirken schick, hochwertig und kratzunempfindlich. Die fantastische Verarbeitung spüren wir schon in den ersten Sekunden unseres Passat-Aufenthalts.

Ohne seine Einparksensoren macht der Honda Civic Hybrid nicht so richtig Spaß. Sie werden auf Wunsche als Zubehör vom Händler eingebaut und kosten für hinten 228 Euro plus Montage, für die Front bietet selbst der Honda-Dealer keine an. So sehr man sich streckt und reckt, von der Außenhaut des Wagens ist nichts zu sehen. Der Civic gehört zu den unübersichtlichsten Fahrzeugen am Markt. Die nicht zu sehende Motorhaube ist erheblich kürzer als man denkt, dafür ist das gefühlte Heck deutlich länger. Die Einparksensorik ist hier also eine wirklich lohnende Investition. Die vorderen Sitze bieten noch etwas mehr sportlichen Seitenhalt als beim Passat, dafür gibt es im Fond weniger Platz für Kopf und Beine. Und auch beim Kofferraum hat der Civic mit 350 Liter, was 215 Liter weniger sind als beim Passat, das Nachsehen. Die Verarbeitung wirkt insgesamt gut, aber hier hat der VW die Nase vorn. Zudem drückt eine Wulst an der Mittelkonsole in den Unterschenkel des Fahrers. Wer als Fahrer also sein rechtes Bein außen anlehnen will, wird sich das je nach Leidensfähigkeit nach zirka einer Stunde noch mal gut überlegen. Weiter hinten in der Mittelkonsole, direkt hinter dem CVT-Wahlhebel, wartet noch ein großzügiges Staufach mit Jalousie-Verschluss auf Kleinkram. Das Lenkrad des Civic sieht übrigens um Längen hübscher aus als beim Honda Accord.

Während der VW Passat BlueMotion im Gegensatz zum Passat ohne BlueMotion einen Tempomaten und die Multifunktionsanzeige mitbringt, wirkt der Honda Civic Hybrid mit der extrem futuristischen IMA-Anzeige auf den Fahrer ein. IMA steht für „Integrated Motor Assist“. Dieser Assistent entscheidet, wann der Elektromotor wie ins Antriebsgeschehen eingreift. Angezeigt wird dies mithilfe eines auf- und absteigenden Balkens. Gibt der Fahrer richtig schön Gas, wird der Verbrennungs- vom Elektromotor unterstützt, die Batterie entlädt sich. Beim Bremsen schlägt der Ladebalken jedoch voll aus, die Schubenergie wird in der Batterie gespeichert. Dieser Vorgang verläuft also umgekehrt zum Laden/Entladen bei herkömmlichen Fahrzeugkonzepten, wo sich die Batterie eher bei hohen Geschwindigkeiten auflädt. Der angezeigte Batterie-Ladestand ist beim Civic Hybrid nur ein hochgerechneter Wert, welcher ab und zu vom System korrigiert werden muss und somit nie den tatsächlichen Ladezustand wiedergibt.