Fahrspaß mit den Spritsparern?
Seite 3: Fahrspaß mit den Spritsparern?
Zwei Motoren müssen es sein
Drei verschiedene Hybrid-Systeme versuchen sich auf dem Markt durchzusetzen. Toyota und Lexus setzten auf den aufwendigen leistungsverzweigten Hybrid, bei dem über ein Planetengetriebe der Kraftfluss zwischen Verbrennungsmotor, Antriebsrädern und Generator auf zwei Wege verteilt wird. Außerdem gibt es noch den seriellen Hybrid, bei dem der Verbrennungsmotor ausschließlich einen Generator betreibt, der wiederum den Strom für einen Elektromotor zur Verfügung stellt. Die jüngst auf der IAA 2007 vorgestellte Opel-Studie Flextreme arbeitet mit so einem seriellen Hybrid. Im Honda Civic Hybrid schnurrt ein 1,4-Liter-Benziner mit 95 PS vor sich hin. Unterstützt wird dieser von einem 20-PS-Elektromotor. Beide Aggregate sind parallel geschaltet, das heißt, die Antriebsmomente von Verbrennungs- und Elektromotor laufen getrennt voneinander zum Getriebe. Vorteil des Parallelhybrids ist die einfache Integration in vorhandene Systeme und die Tatsache, dass der Motor, der jeweils nicht gebraucht wird, auch nicht mitläuft. Plug-in-fähig (die Batterie lässt sich per Steckdose nachladen), ist im Moment noch kein Hybridfahrzeug, Toyota hat dies für die kommende Prius-Generation angekündigt.
Ruhig in der Stadt
Im langsamen Verkehr zieht die Honda-Motorenkombination den Wagen auffällig ruhig durch den Verkehr. Beim „Segeln“, also beim Gleiten mit 30 bis 50 km/h sorgt kurzzeitig nur der Elektromotor für Vortrieb. Den Zeitpunkt, zu dem der Ottomotor zur Hilfe kommt, bemerkt man nicht. Keinerlei Ruckeln ist zu spüren. Und am schönsten ist die Antriebseinheit, wenn sie nicht da ist: Im Stand schaltet die Start-Stopp-Automatik die Energieerzeugung aus. Beim Anfahren erwachen die Aggregate in Echtzeit und beschleunigen den Wagen stadtverkehrsgerecht. Diese Start-Stopp-Automatik ist kein Privileg von Hybrid-Fahrzeugen. Auch die manuell beschalteten Efficient-Dynamics-Modelle von BMW erfreuen durch dieses sinnvolle Extra. Im Passat BlueMotion vermissen wir es schmerzlich – Umweltgedanke hin oder her, beim VW wird auch im Stand Sprit vernichtet.
Diesel-ähnliche Werte
Die 115 PS Gesamtleistung setzen den Civic zwar flott in Bewegung, aber bis zur 100-km/h-Marke vergehen wie beim Passat exakt 12,1 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h liegt gerade mal acht km/h unter der des Passat. So zeichnen den Civic ähnliche Fahrleistungen wie die des Passat aus. 4,6 Liter Benzin verschwinden pro 100 Kilometer aus dem Tank und finden sich unter anderem als 109 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer in der Umwelt wieder. So verbraucht der Civic-Hybrid einen halben Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer weniger als der Passat BlueMotion – und das mit einem Benziner. Der Diesel des VW stößt deutlich mehr Kohlendioxid aus – 27 Gramm pro Kilometer, was bei einer Jahreslaufleistung von 15.000 Kilometer eine Mehrbelastung von 405 Kilogramm CO2 bedeutet. Außerdem verbrennt Diesel recht unsauber und belastet die Luft mit Feinstaubpartikeln, die nach Studien in den Verdacht geraten sind, Krebs zu erzeugen. Die reinen Daten sprechen eine eindeutige Sprache: Der VW Passat BlueMotion ist zwar ein wenig besser als sein unmodifiziertes Serienpendant, aber er kann mit dem Hybridantrieb des Honda Civic nicht mithalten.