Fahrspaß mit den Spritsparern?

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Den größten Anteil am wirtschaftlichen Fahren erzeugt beim Passat das modifizierte Fünfgang-Schaltgetriebe. Der dritte, vierte und fünfte Gang wurden mit aufsteigenden Raten länger übersetzt, und zwar um vier, sieben und zwölf Prozent. Der fünfte Gang ist so unterhaltsam wie ein trüber Novemberabend. So vermissen wir im Passat BlueMotion einen sechsten Gang noch mehr als im naturbelassenen Modell, zumal Konzerntochter Audi beispielsweise beim A4 1.9 TDI e extra einen zusätzlichen sechsten Gang spendiert. VW begründet die fehlende sechste Stufe damit, dass sie auch im Basismodell nicht zu bekommen sei und dass eine derartige Modifikation mit erhöhten Kosten verbunden wäre. Komisch, der Aufpreis für das Audi e-Modell beträgt 500 Euro, VW will für den Passat ohne sechsten Gang 600 Euro mehr.

Serienmäßig beim Passat BlueMotion mit von der Partie: die Multifunktionsanzeige Plus mit Schaltempfehlungs-Angabe. Erscheint im Display ein kleiner Punkt, fährt man im wirtschaftlichsten Gang. Ist ein Hoch- oder Runterschalten nötig, wird dies durch einen Pfeil symbolisiert. Und wie vermutet, fordert die Motorsteuerung frühes Hoch- und spätes Runterschalten. Beschleunigt man jedoch vehement, erkennt die Steuerung, dass kurzzeitig höhere Drehzahlen gebraucht werden, und hält sich mit Empfehlungen zurück. Allerdings kann man beispielsweise im dritten Gang auch ohne Empfehlung in den vierten schalten, die erwartete Aufforderung zum sofortigen Zurückschalten bleibt aus. Anscheinend ist bei gleicher Geschwindigkeit in verschiedenen Gängen ähnlich wirtschaftliches Fahren möglich. Es wird immer nur der nächsthöhere beziehungsweise nächstniedrigere Gang vorgeschlagen. Bei den BMW-Efficient-Dynamics-Modellen kann das gerne mal die übernächste Schaltstufe sein. Und bei normaler Fahrt verlangt der Passat ab 50 km/h den fünften Gang, der dann bis 190 km/h herhalten muss. So gehören beinahe drei Viertel des Tachokreises dem letzten Gang, ab 50 km/h herrscht also Automatik-Stimmung. Wie gesagt, ein weiterer Gang würde der VW-Schaltung gut tun.

Im Honda geht es vollkommen ohne Schaltstufen voran. Das CVT-Getriebe wurde auch nicht mit virtuellen Stufen versehen, so dass manuelles Schalten nicht möglich ist. Im Stadtbetrieb ist so entspanntes Gleiten möglich, wobei die Aggregate für einen leisen, leicht knarrenden Sound sorgen. Beschleunigen auf der Autobahn erfordert dagegen gute Nerven: Immer höher dreht der Motor, ab 3000 U/min gehen die Vibrationen los. Ab 3500 U/min zittert das rechts auf dem Armaturenbrett angebrachte Honda-Navi wie frische Schweinesülze, aber auf ein erlösendes Hochschalten können wir nicht hoffen. Das Ganze geht noch quälend bis zu 6000 U/min weiter. Bei sehr gewöhnungsbedürftiger Geräuschkulisse muss man dann die hohen Drehzahlen einfach akzeptieren. Fahrspaß bringt das nicht mit sich. So sind der VW mit seinem unendlich lang übersetzten fünften Gang und der Honda mit seinem stufenlosen Getriebe hier Brüder im Geiste: Beide verbinden Spritsparen mit Langeweile.