Fahrspaß mit den Spritsparern?

Seite 2: Fahrspaß mit den Spritsparern?

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So weiß zum Beispiel niemand, wohin die Reise mit Bioethanol geht. Immer mehr Nachteile, wie der immense Wasserverbrauch (es ist von mehreren tausend Liter Wasser pro Liter Bioethanol die Rede) und der massive Einsatz von Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmitteln beim Pflanzenanbau lassen den Ölersatz ins Gerede kommen, noch bevor er sich auch nur ansatzweise etabliert hat. Bei uns treten der VW Passat BlueMotion und der Honda Civic Hybrid gegeneinander an. Im Zweifelsfall haben Sie Recht: Die Autos könnten unterschiedlicher kaum sein. Während der Passat mit Dieselmotor vorankommt, arbeiten im Honda ein Benzin- und ein Elektromotor. Beim Passat muss eine lang übersetzte manuelle Fünfgangschaltung die Gänge sortieren, beim Civic besorgt dies ein stufenloses CVT-Getriebe (Continuously Variable Transmission – kontinuierlich verstellbares Getriebe). Außerdem ist der Passat 20 Zentimeter länger und über 100 Kilogramm schwerer. Aber beide gehören zur selten gewordenen Gruppe der Zweiventiler, und, was viel wichtiger ist, sie werben mit ausgereifter Technik zum Spritsparen. Nehmen wir sie also mal genauer in Augenschein.

Motor und Getriebe
Beim VW Passat muss es der 1,9-Liter-Diesel mit 105 PS alleine richten. Sein maximales Drehmoment von 250 Newtonmeter liegt bereits bei 1900 Umdrehungen pro Minute an. Das Pumpe-Düse-Aggregat ist kein Leisetreter. Der Innenraum füllt sich mit heftigem Dieselnageln, was sich auch bei warmem Motor kein bisschen ändert. Noch stärker ist dieses Geräusch von außen zu vernehmen, da klingt die Limousine unverblümt nach Lkw. Beim Beschleunigen kann dies sogar als kerniger Sound missinterpretiert werden, was dann kurzzeitig Spaß macht. Zumal die Beschleunigung wegen des bei niedriger Drehzahl hohen Drehmoments im unteren Tacho-Bereich vehement ausfällt. Die 100 km/h sind allerdings erst nach gemächlichen 12,1 Sekunden erreicht. Im Großen und Ganzen haben wir es hier mit einem recht unspektakulären Dieselmotor ohne echte Höhen und Tiefen zu tun. Dabei musste es sich ein paar versteckte Änderungen gefallen lassen.

Der 1.9 TDI ist der einzige Diesel, der für den Passat mit dem Namenszusatz „BlueMotion“ zur Verfügung steht. Um ihn für das Spritspar-Gesamtkonzept fit zu machen, wurde seine Motorsteuerung modifiziert. So sinkt die Leerlaufdrehzahl von 830 auf 730 U/min. Außerdem wurden Ladedruck, Einspritzzeitpunkt und Abgasrückführrate angepasst. Und das Steuergerät ist jetzt in der Lage, den Fahrer mit Schaltempfehlungen zu versorgen. Quasi nebenbei konnte, auch wegen aerodynamischer Änderungen, die Höchstgeschwindigkeit um fünf auf 193 km/h geschraubt werden. Dabei werden 5,1 Liter Diesel pro 100 Kilometer zu Energie verbraten, 136 Gramm Kohlendioxid weichen pro Kilometer aus dem Endrohr. Mal sehen, ob das der Honda besser kann.