Atlas, Dakota, Elena & Co.
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Ausblick
Viele der obigen Nachrichtenkanäle sind erst aufwendig einzurichten, bevor sie Nutzen abwerfen. Deshalb bemüht sich mancher Industriebetrieb, neue Geschäftspartner nicht in einstiegsunfreundliche EDI-gestützte Workflows einzubinden, sondern einfacher nutzbare Webservices auf Basis XML-formatierter Botschaften anzubieten [6]. Brückenschläge zu existierenden EDI-Prozessen könnten mit dem Ansatz ebXML (electronic Business using XML) oder dem besonders in den USA verbreiteten Rosettanet gelingen. Beide Initiativen konzentrieren sich auf den Datenaustausch von Firma zu Firma.
Für den Verkehr mit hiesigen Behörden lohnt ein Blick auf das einheitliche XML-basierte Transportverfahren eXTra [7]. Es beruht auf umfassenden XML-Schemata, in denen sich alle unterstützten Meldungsformate und Übertragungsabläufe abbilden lassen. Dazu kommt eine ausführliche Dokumentation für Entwickler, welche die genauen Anforderungen an Client-Software zur komfortablen Formulierung und Bearbeitung von eXTra-Nachrichten beschreibt. Außerdem sind die Protagonisten des Verfahrens übereingekommen, einheitliche Server für die Entgegennahme von eXTra-Meldungen per HTTPS einzurichten.
Der federführend von der Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung e. V. betreute Standard eXTra 1.0 ist zwar noch nicht einmal ein Jahr alt, aber trotzdem bereits im amtlichen Einsatz, etwa zur generellen Meldung von Sozialversicherungsdaten seitens der Bundeswehr sowie für die Sofort-Anmeldung neu eingestellter Mitarbeiter an die Sozialversicherung. Als nächster Datenkanal, der von der Vereinfachung durch eXTra profitieren dürfte, steht bereits ELENA, das Verfahren zur elektronischen Entgelterfassung, in der Schlange. Damit sammeln die Arbeitsämter künftig die Informationen zur Ermittlung des Arbeitslosengelds.
Hinter dem Standardisierungsprojekt stehen außer der Bundesanstalt für Arbeit die Elster-verantwortliche Finanzverwaltung, die DATEV, die ITSG, die statistischen Bundesämter, Entwickler von Personalverwaltungs-Software sowie das Bundeswirtschafts- und das Bundessozialministerium. Die Breite dieses Konsortiums lässt schon erahnen, dass sich die angestrebte Vereinheitlichung auf diverse Kontakte erstrecken könnte, ob nun zum Finanzamt, zur Krankenkasse, zur Rentenversicherung oder zum Zoll. Offen bleibt dabei freilich, wann es zu dieser Vereinfachung kommen könnte. Bis dahin bleibt es leider bei einer babylonischen Protokollverwirrung. (hps)