Matthias Müllers großer Konzernumbau
Der bewährte Modulare Querbaukasten (MQB) wird auch weiterentwickelt. Die Plug-in-Hybrid-Technologie soll ebenfalls mehr Reichweite erzielen, außerdem kommt ein 48-Volt-Bordnetz im Mild Hybrid sowie effizientere Diesel-, Otto- und Erdgas-Antriebe.
Ein Billigauto – vor allem für die asiatischen Märkte – will Volkswagen zukünftig mit regionalen Partnern entwickeln. Genaueres ließ Müller noch nicht durchblicken, aber möglicherweise wird VW das Auto konstruieren und von einem anderen Hersteller in einem Billiglohnland produzieren lassen.
Als neues Kompetenzfeld will der Konzern bei den Zukunftsthemen „Autonomes Fahren“ und „Künstliche Intelligenz“ die nötigen Ressourcen eigenständig bereitstellen. Ziel ist die Zulassung einer selbst entwickelten, wettbewerbsfähigen technischen Lösung (Self-Driving-System) bis zum Ende der Dekade.
Solche Pläne sind nicht billig und Müller taxierte die Kosten für die Neuausrichtung auf einen zweistelligen Milliarden-Euro-Betrag. Dafür soll Volkswagen künftig acht Milliarden Euro jährlich durch Effizienzsteigerung einsparen. Allein die Vertriebs- und Verwaltungskosten will Müller auf unter zwölf Prozent des Gesamtumsatzes drücken, im letzten Jahr lagen sie noch bei 13,9 Prozent – ein historischer Höchststand im Konzern.
Volkswagen plagen hohe Kosten
Die Ankündigungen von Volkswagen klingen zwar sehr engagiert, müssen aber erst einmal in die Tat umgesetzt werden, und da sind etliche Konkurrenten bereits besser aufgestellt. Toyota baut zehn Millionen Autos pro Jahr mit nur halb so vielen Mitarbeitern wie der Konzern, der weltweit rund 600.000 Mitarbeiter beschäftigt. Volkswagen will im Jahr 2025 zwei bis drei Million Elektroautos bauen, doch Toyota plant bereits für nächstes Jahr 1,5 Millionen Hybrid- und Elektroautos zu produzieren. Den Zukunftstrend Elektromobilität hat Volkswagen jahrelang verschlafen und muss sich nun mächtig ins Zeug legen, um den Rückstand wieder aufzuholen.