Flotter Versuch: der VW Golf TwinDrive

Seite 6: Flotter Versuch: der VW Golf TwinDrive

Inhaltsverzeichnis

Und VW? Zunächst werden bis zum Jahr 2009 zwanzig Golf Variant mit Hybridtechnik ausgerüstet und dann in Berlin im Flottenversuch erprobt. Der Verbrennungsmotor wird wohl ein wenig kleiner ausfallen, zudem wird es nur noch einen Elektromotor geben, die Radnabenmotoren entfallen. Außerdem wird der Akku „tiefer gelegt“ und rückt weiter nach vorne, um mehr Platz im Kofferraum zu schaffen. Erprobt werden Energiespeicherkonzepte von vier verschiedenen Anbietern, unter anderem von Gaia und Continental Litec. Bereits 2011 soll ein reines Elektrofahrzeug auf Basis des up! kommen, mit dem Marktstart eines Hybrid-VW mit Li-Ion-Akku ist 2014/2015 zu rechnen.

Kritiker mögen einwerfen, dass der VW-Zeitrahmen recht großzügig gewählt sei. Immerhin stehen schon einige neue Hybridfahrzeuge in den Startlöchern: der nächste Prius, der Honda Insight, die Mercedes S-Klasse mit Hybrid oder auch der Chevrolet Volt. Das Hauptproblem der Hybridisierung bleibt allerdings der Akku. Lithium-Ionen-Akkus bieten zwar mehr Reichweite, erfordern aber eine aufwendigere Kühlung und sind derzeit noch teuer. Hinzu kommt die Ökobilanz: Zwar gibt VW eine Lebensdauer von 3000 bis 5000 Ladezyklen an, was für 150.000 km reichen würde, aber was passiert mit den ausgemusterten Akkus? Offen ist auch, wie der Strom, der aus der Steckdose kommt, erzeugt wird. Am Erfolg der Elektro- und Hybridfahrzeuge ist angesichts schärfer werdender Luftreinhalteverordnungen dennoch kaum zu zweifeln.

Wie schnell es geht, wird vor allem von den „Kosten vor Kunde“ abhängen, wie man es in der Automobilindustrie gerne formuliert – und das hängt vor allem von den Preisen der Energiespeicher ab. Ziel für die Li-Ionen-Akkus ist langfristig ein Preis von 500 Euro pro kWh Kapazität. Einmal kurz festhalten: Das wären noch immer 6000 Euro im Falle des Twindrive. Aus der Vergangenheit mahnt das Beispiel des Audi A4 duo aus den 1990er-Jahren. Für den Diesel-Hybrid verlangten die Ingolstädter 1997 die Summe von 60.000 Mark, nur 90 Stück wurden gebaut. Ähnliche Erfahrungen hat VW mit dem Elektro-Golf namens City-Stromer gemacht. Zukünftige Überlegungen gehen deshalb auch in die Richtung von Leasingmodellen oder Nutzungsabkommen mit Energieversorgern.