Flotter Versuch: der VW Golf TwinDrive

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Die Steckdose zu Hause als Tankstelle? Klingt ungewöhnlich, soll aber nicht nur nach dem Willen von Herstellern wie VW oder Toyota schon bald Realität werden. In der Tat finden sich bei genauerem Hinsehen sowohl im Kühlergrill als auch im hinteren Stoßfänger des TwinDrive Steckdosenadapter. Für die Zukunft schwebt dem leitenden Versuchsingenieur Dr. Lars Hofmann ein enges Netz an Ladestationen vor. In Zusammenarbeit mit den lokalen Energieversorgern könnte ein Plug-In-Hybrid auch während der Arbeit oder dem Wochenendeinkauf aufgeladen werden.

Bevor es losgeht, erklärt Hofmann die sechs Betriebsarten des TwinDrive. Um es verkürzt zusammenzufassen: Der Verbrennungsmotor kann das Fahrzeug gemeinsam mit Elektromotor antreiben, in diesem Fall fährt der TwinDrive als Parallelhybrid. Der Dieselmotor kann aber auch per Kupplung abgekoppelt werden und dann bei Bedarf einen Generator betreiben, in diesem Fall sorgt der Elektromotor alleine für Vortrieb. Und er kann auch einfach gar nichts tun – in der der Stadt ist das auch durchaus gewollt, weil emissionsfrei. Im TwinDrive-Prototyp kommen zwei Radnabenmotoren an der Hinterachse dazu, die aber für ein Serienfahrzeug nicht geplant sind und für die Funktion auch nicht zwangsläufig notwendig wären. Im Einzelnen gibt es folgende Betriebsarten:

Bei geringer Leistungsanforderung, also etwa in der Stadt, kann man rein elektrisch fahren. Der Verbrennungsmotor bleibt dabei untätig. Auf der Mittelkonsole gibt es einen Knopf, mit dem man diesen „E-Drive“-Modus erzwingen kann. Allerdings gilt hier wie gewohnt: Je mehr Bleifuß, desto schneller ist der Akku leer. Im zweiten Betriebszustand, der Rekuperation, fungiert der Elektromotor als Generator, um in Brems- und Schubphasen elektrische Energie zurückzugewinnen und sie in die Antriebsbatterie rückzuspeisen.

Im Modus „Seriell Fahren und Boosten“ wird der TwinDrive zum seriellen Hybrid. Beim Beschleunigen unterhalb von 50 km/h stellt der am Verbrennungsmotor angebrachte Generator elektrische Energie zur Verfügung, die der Elektromotor zum Antrieb nutzt. Die Kupplung zwischen Verbrennungs- und Elektromotor ist dabei geöffnet. Im Modus „Seriell Fahren und Laden“ ist die Kupplung ebenfalls geöffnet, doch bedient hier der Generator nicht den Elektromotor, sondern lädt die Batterie. Diesen Zustand wählt die Bordelektronik, wenn die Batterie geladen werden muss.