Flotter Versuch: der VW Golf TwinDrive

Seite 2: Flotter Versuch: der VW Golf TwinDrive

Inhaltsverzeichnis

Es leuchtet ein, dass der Mikrohybrid am wenigsten kostet, da außer dem Start-Stopp-System kaum zusätzliche Komponenten erforderlich sind. Beim Vollhybrid wiederum streiten sich die Geister, ob nun der Parallelhybrid die bessere Lösung ist, oder der leistungsverzweigte Hybrid – VW favorisiert die erste Variante, Toyotas Prius gehört zur zweiten Gattung. Eine vierte Hauptvariante, die derzeit allerdings noch nicht auf dem Markt ist, ist der serielle Hybrid, bei dem der Verbrennungsmotor nicht direkt für Vortrieb sorgt, sondern grundsätzlich als Generator zum Laden des Akkus fungiert – durch das Konzept der „Range Extender“ hat diese Variante wieder an Aktualität gewonnen.

Kaum hat der technische interessierte Laie die Grundspielarten begriffen, schickt VW nun den TwinDrive aufs Spielfeld, der gewissermaßen den Doppelpass mit dreifachem Übersteiger beherrscht. So viel sei vorweggenommen, er verbindet die Prinzipien von seriellem und Parallelhybrid und kennt sechs Betriebsstrategien. Von außen deutet kaum mehr als der Schriftzug „TwinDrive“ auf seine Fähigkeiten hin, also schauen wir zunächst unter die Motorhaube. Unter der Plastikabdeckung im Motorraum sitzt ein Versuchsdiesel mit 1,5 Liter Hubraum und 77 kW, also 105 PS. Rechts daneben liegen ein Generator und ein Elektromotor. Zudem befinden sich in den Radnaben der Hinterräder zwei weitere Elektromotoren. Jeder der Elektromotoren hat eine Leistung von 30 kW. Interessantes Detail am Rande: Bereits im Jahr 1900 hatte Ferdinand Porsche ein Gefährt mit E-Motoren in den Radnaben konstruiert, den so genannten Lohner-Porsche. Durch das Radnabenprinzip sind der Urahn und sein Enkel zudem Allradfahrzeuge.

Es scheint also eine leichte Rechenübung zu sein: Drei Elektromotoren mit jeweils 30 kW plus Dieselmotor mit 77 kW ergeben insgesamt 167 kW. So einfach ist es allerdings nicht: Im Zusammenspiel der Antriebe, deren unterschiedliche Drehmoment- und Leistungsentfaltung sich nicht kurzerhand addieren lässt, ganz abgesehen von einer möglichst effizienten Betriebsstrategie, kommt der TwinDrive auf maximal 130 kW Gesamtleistung.

Um den Akku zu entdecken, muss man den Teppich des Kofferraums anheben. Dort ruht im Verborgenen ein großer silberner Kasten samt Lithium-Ionen-Akku, welcher rund 12 kWh elektrischer Energie speichert. Die Leistungsfähigkeit des Akkus gibt VW mit 60 kW an. Der Block wiegt 150 kg und soll in drei bis vier Stunden an einer haushaltsüblichen Steckdose aufgeladen werden können.