Flotter Versuch: der VW Golf TwinDrive
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Oberhalb von 50 km/ wird die Kupplung zwischen Verbrennungs- und Elektromotor geschlossen. Im Modus „Gekoppelt Fahren und Boosten“ arbeitet der Antrieb nun als Parallelhybrid, der Verbrennungsmotor treibt über eine feste Übersetzung – ein 1-Gang-Getriebe, das dem höchsten Gang eines normalen Getriebes entspricht – gemeinsam mit dem Elektromotor das Fahrzeug an. Das gilt auch in der sechsten Betriebsart „Gekoppelt Fahren und Laden“, in der allerdings der Verbrennungsmotor den Generator antreibt, um die Batterie zu laden.
Im Innenraum kaum Neues
Eine komplexe Antriebssteuerung sorgt dafür, dass die verschiedenen Betriebsarten automatisch gewählt werden – je nach Fahrsituation und Ladezustand der Batterie. Tatsächlich fällt beim Einstieg in den Golf zunächst nicht Besonderes auf. Die Unterschiede zeigen sich erst auf den zweiten Blick: Statt eines Drehzahlmessers gibt es eine kW-Skala, die anzeigt, wie viel Energie man gerade abruft. Anstelle des Navis geben diverse Bildschirme Auskunft darüber, wie der Leistungsfluss ist und im welchem Modus man gerade fährt.
Eine Besonderheit ist die Reichweiten-Voreinstellung, um den Verbrauch zu optimieren. Hier kann man per Rändelrad wählen, wie weit man insgesamt fahren möchte und wie hoch dabei der Elektro-Anteil sein soll – rein elektrisch sind maximal 50 km möglich. So lässt sich sicherstellen, dass die Bordelektronik für ausreichende Ladung der Batterie sorgt, wenn Streckenanteile dabei sind, die rein elektrisch befahren werden sollen oder müssen. Bis zu einen Konzept, das diese Wahl auf Grundlage von Navigationsdaten automatisch trifft, scheint es da nur noch ein kleiner Schritt zu sein, davon redet VW allerdings noch nicht.
Den Automatikwählhebel kennen wir in dieser Form bereits aus den DSG-Modellen. Hier gibt es aber keine sieben Gänge, sondern nur einen einzigen. Doch das genügt dem Twindrive, weil der Verbrennnungsmotor erst oberhalb von 50 km/h direkt antreiben muss, ab dann hilft das hohe Drehmoment des Dieselmotors und die Unterstützung durch den Elektromotor. Bewegt man den Wählhebel in den Sport-Modus, bleibt der Verbrennungsmotor immer aktiv, was mangels kürzer übersetzter Gänge freilich nur sinnvoll ist, wenn er eine gewisse Mindestdrehzahl erreicht hat.