Leicht bergauf im Sauseschritt

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Das Bosch-System versucht, dem Rechnung zu tragen, und verwendet drei Sensoren, die den "Fahrerwunsch" möglichst exakt erfassen sollen. Dabei werden Drehmoment und Trittfrequenz an der Kurbel sowie die Geschwindigkeit des Fahrzeuges am Hinterrad erfasst.

Am Bedienteil stellt das System vier verschiedene Modi – Eco, Tour, Sport, Speed – bereit, die jeweils in drei Stufen aktiviert werden können; solcher Komfort ist selten in der Branche. Der Eco-Modus soll maximale Effizienz bei größtmöglicher Reichweite bieten, während der Speed-Modus eine maximale Unterstützung bis in höchste Trittfrequenzen leisten soll. Je nach Einstellung zeigt das Bedienmodul auch die voraussichtliche Reichweite an, neben aktueller Geschwindigkeit (Tacho), km-Stand und Trip-Zähler, Akku-Ladezustand (fünfstufiger Bargraph), Modus und Fahrstufe.

In vier Modi (Eco, Tour, Sport, Speed) mit jeweils drei Stufen ist die Leistung des Bosch-Pedelec-Antriebs abrufbar.

Die technischen Eckwerte des Antriebs lassen auf eine ziemlich aufwendige Konstruktion schließen – wer verbaut schon ein CAN-Bus-System in einem Fahrrad ... Bosch! Es scheint fast, als ob die Entwickler ins Regal der verfügbaren Lösungen gegriffen haben, um sich beispielsweise aus dem technischen know-how im Bereich Auto-Servo-Lenkung zu bedienen und daraus einen Fahrrad-Antrieb zu bauen.

Die Technik ist laut Bosch-Spezifikation spritzwasser- und staubgeschützt (IP 5K4K) und soll auch allseitigem Spritzwasser mit erhöhtem Druck standhalten, etwa wenn das Fahrrad auf dem Auto durch starken Regen transportiert wird. Unterwassertauglich ist das System aber nicht.

Der 50 Nm drehmomentstarke 36-V-Motor leistet maximal 350 W – die Nennleistung liegt bei 250 W (vom Gesetzgeber bei den Pedelecs so gedeckelt) – und wird aus einem 8-Ah-Akku mit 288 Wh versorgt. Die Leistung des Antriebs orientiert sich dabei an der des Fahrers: Wählt man Stufe 1 des Eco-Modus aus, so leistet der Motor zusätzlich zur selbst in die Pedale getretenen Leistung 30 Prozent zusätzlicher Energie. Bei Stufe 3 des Eco-Modus bringt der Motor 100 Prozent Unterstützung, verdoppelt also die menschliche Kraft. Im Maximal-Falle – Stufe 3 des Speed-Modus – erhöht der Antrieb die menschliche Leistung um das Zweieinhalbfache.

Abhängig vom gewählten Unterstützungsgrad reicht die Kapazität des Akkus für Reichweiten zwischen 60 km (schnellster Modus "Speed", kräftigste Stufe 3) und 145 km ("Eco", Stufe 1). Je nach Ausführung der Fahrrad-Technik sind auch andere Werte möglich; die hier genannten beziehen sich auf eine verbaute Kettenschaltung Shimano Deore LX, die die Kraft des Elektromotors wie die des Fahrers variabel auf die Hinterachse bringt. Die Wahl des passenden Ganges spielt also auch bei einem E-Bike eine wichtige Rolle. Wem übrigens 250 W zu wenig Leistung scheinen, der möge einen Selbstversuch am Fahrrad-Heimtrainer unternehmen und diese Leistung mal testweise "erstrampeln" ...