Flüstern 2.0

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Natürlich erfüllt die neue Maschine Euro 6. Ab September 2015 ist das für alle in der EU neu zugelassenen Autos ohnehin Pflicht. Für die damit verbundene Reduzierung des Stickoxids von 180 (Euro 5) auf 80 (Euro 6) Milligramm je Kilometer setzt auch Opel auf Adblue. Die Lösung von Harnstoff in Wasser wird hinter dem Partikelfilter eingespritzt. Im Insignia ist der Adblue-Tank 7,9 Liter groß. Das soll für 7000 bis 10.000 Kilometer reichen. Die recht große Spanne ergibt sich dadurch, dass der Verbrauch stark von der Fahrweise abhängig ist: Wer es permanent eilig hat, muss auch an dieser Stelle mit einem höheren Verbrauch rechnen.

Eine Warnung gibt es, wenn der Adblue-Vorrat nur noch für weniger als 2500 Kilometer reicht. So will Opel sicherstellen, dass die üblichen Fünf-Liter-Kanister ohne Rest in den Tank gefüllt werden können. Ob es in den Tiefen des Bordcomputers eine versteckte Anzeige für den Adblue-Tankinhalt gibt, konnte uns Opel auf Nachfrage nicht sagen. Inzwischen sollten sich allerdings auch in abgelegenen Gebieten in Europa Tankstellen mit einem entsprechenden Angebot finden lassen. Die Warnung zu ignorieren, ist keine gute Idee: Mit leerem Adblue-Tank lässt sich das Auto irgendwann nicht mehr starten, was eine Idee der Gesetzgeber war.

Der Kunde muss vorerst mit dem zwar leichtgängig, aber nicht gerade knackig schaltbaren Sechsgang-Getriebe Vorlieb nehmen – ein Automat ist jedoch bereits in der Pipeline. Zur kommoden Gangart passt ein milde abgestimmtes Fahrwerk – übertriebene Härte ist dem Insignia völlig fremd. Wer noch etwas Budget übrig hat, kann für 980 Euro die Flexride-Dämpfung mit variabler Kennlinie bestellen. Insbesondere im dann verfügbaren Tour-Modus gleitet der Fronttriebler geschmeidig selbst über ausgeprägte Bodenwellen. Dabei kommen ihm aber auch die Serienreifen zugute. Zwar montiert Opel 17-Zöller, aber extremen Niederquerschnitt verkneift man sich mit der 55er-Serie.