Flüstern 2.0

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Doch nicht nur um die Geräuschvermeidung, sondern auch um die Dämmung rund um den Motor haben sich die Ingenieure Gedanken gemacht. Der Ansaugkrümmer ist einem dämmenden Mantel umgeben. Auf dem Zylinderkopf aus Aluminimum sitzt ein Ventildeckel aus Kunststoff, dessen Befestigung Opel ebenfalls isoliert hat. Unten im Block ist auf der Kurbelwelle ein schrägverzahntes Zahnrad angebracht, das eine Ausgleichswelle antreibt, die wiederum eine zweite Welle dreht. Vom Verzicht auf eine Kette in diesem Bereich verspricht sich Opel die Verhinderung von Rasselgeräuschen. Die Ölwanne ist horizontal geteilt. Der obere Teil besteht aus Aluminium-Druckguss, der untere aus Blech. Eingearbeitete Rippen sollen Vibrationen mindern und Geräusche aus der Ölwanne reduzieren.

Erste Probefahrten bescheinigen dem Motor tatsächlich einen angenehm leisen Lauf, wenngleich er gefühlt nicht ganz an den 1,6-Liter heranreicht und etwas kerniger klingt. Doch Sympathien sammelt das erste Mitglied der neuen „Large Diesel“-Familie nicht nur mit den gegenüber dem Vorgänger-Motor zweifelsfrei verringerten Laufgeräuschen, sondern mit seiner angenehmen Leistungsentfaltung. So haben die Ingenieure die für Turbodiesel übliche Anfahrschwäche nahezu eliminieren können.

Der immerhin 25 PS stärkere Top-Diesel im Insignia, der noch auf der bisherigen Generation aufbaut, verliert mit dem neuen 170-PS-Selbstzünder etwas an Attraktivität. Der Neue ist im Zyklus sparsamer, aber kaum langsamer: Mit 8,7 zu 9 Sekunden im Standardsprint und 230 statt 225 km/h bietet der 195-PS-Insignia nur mehr einen hauchdünnen Vorsprung. Das Drehmoment von 400 Nm ist bei beiden sogar gleich, liegt beim neuen Diesel allerdings zwischen 1750 und 2500/min an, beim Topdiesel nur bei 1750/min. Das reicht in der Praxis völlig aus, um zumeist schaltfaul im großen Gang dahinzuschippern.