Lunar XPrize: Flug zum Mond gebucht
Seite 4: Click and Boom
Wie bucht man eigentlich eine Rakete? Heute geht das im Web. Die PTScientists zum Beispiel buchten nicht direkt bei dem Raumfahrtunternehmen SpaceX, sondern über das 2011 gegründete Jointventure Spaceflight Industries – eine Art Missilelaunch-Marketplace. Der Vorteil ist, dass sich die Mondfahrer so Rakete und Preis mit einem anderen Raumfahrer teilen können, in dem Fall eine Satellitenfirma. Die Vermittlung übernimmt der Dienstleister.
"Nur" ein paar zehn Millionen Dollar kostet der Start dann, anstatt der 80 Millionen, die bei der Direktbuchung beim Raketenlauncher anfallen. Da hätte man sich dann auch selbst einen Mitfahrer suchen müssen, um die Kosten zu teilen. "Für unseren Mini-Lander allein wäre der Platz viel zu groß, in dem sonst Bus-große Satelliten transportiert werden", erklärt Becker das Raketen-Business.
(Bild:Â Wikimedia )
Wieviel Antrieb man beim Raketenstart braucht, hänge von Monat und Tag ab, teilweise sogar von der Stunde, gibt er weiter Einblick. Denn der Mond steht dann in jeweils anderer Position zur Startrampe. So lassen sich Wege in der Flugbahn einsparen. Vertraglich vereinbart man daher ein Zeitfenster statt eines festen Tages. Der Start kann auch in den Anfang von 2018 hineinrutschen.
Missionskontrollzentrum in Berlin
So - und was steht als nächstes an? "Ach, es passiert so viel gleichzeitig", rauft sich der Elektrotechniker freudig die Haare. Sie schrauben das Landemodul zusammen, rekrutieren Leute, die den Rover steuern können, machen "Tests ohne Ende" und bauen das Missionskontrollzentrum auf. Das Missionskontrollzentrum? "Ja", fällt ihm noch als weitere Neuigkeit ein: "Wir haben beschlossen, das Missionskontrollzentrum bei uns in einer eigenen Halle aufzubauen, anstatt zum Beispiel bei der ESA. Die Rover auf dem Mond werden also aus Berlin kontrolliert!"
Neben ihrem BĂĽro, in dem rund ein Dutzend von insgesamt 35 Vollzeit-PTScientists vor Ort arbeiten, belegt das Startup zwei Hallen. Die eine nutzen sie zum Beispiel, um das Landemodul zusammenzubauen. In der anderen haben sie ein 10 mal 20Â Meter groĂźes Testbett, um lunare Geologie zu simulieren.