Lunar XPrize: Flug zum Mond gebucht
Seite 2: Laserlicht statt Mikrowellen
Neu ist auch – und für irdische Maker vielleicht interessanter – dass die Mission ein Gerät an Bord haben wird, mit dem die Ingenieure Lasersintern von Mondregolith ausprobieren wollen. Die große Frage war, inwieweit sich die Komponenten für einen 3D-Drucker dieses Typs miniaturisieren lassen. Nun sei ein Partner gefunden, die Komponenten ausgewählt. Die spannende Frage bleibt, inwiefern die Gerätschaft den Flug überleben und die klimatischen Bedingungen aushalten.
Eigentlich hatte man Mikrowellen nehmen wollen. Davon zeugt noch die Artikelserie der PTScientists im Google-XPrize-Blog. Jedoch habe sich gezeigt, dass sich diese EM-Strahlungsquelle sehr nah über den Mondboden hätte befinden müssen, um genug Energie zu transportieren – sie hätte quasi aufliegen müssen. Das kann der Rover nicht, dessen Bauch sich ein gutes Stück über dem Boden befindet. Mit einem Laser hingegen lässt sich die Strahlungsquelle am Rover befestigen.
Schade, denn der 3D-Druck mit Mikrowellen wäre energetisch effizienter, bedauert Becker. Das Problem sei, dass man sie nicht gut fokussieren kann. Mikrowellen wären gut für flächige Strukturen gewesen. Im Extremfall sintert der Rover sich quasi einen Weg vor sich her. Der Laser schafft hingegen besser feine Strukturen. Aber es gehe zunächst eh nur darum, 3D-Druck mit lokal vorhandenem Material auszuprobieren. "Dass man lustige Botschaften in den Boden schmelzen kann, das wird wohl noch ein bisschen dauern", winkt Becker ab.
Ansonsten hat das Team neben der Fertigstellung des Landemoduls etwas Neues für die Kommunikationsübertragung erarbeitet. Die Idee mit einem Laser-Uplink habe sich nämlich technisch als zu schwierig herausgestellt, berichtet Becker. Stattdessen haben sich die PTScientists bei der Space Frequency Coordinatiom Group sogenannte X- und S-Frequenzbänder organisiert. Das sind geläufige Funkfrequenzen in der Raumfahrt, in denen praktischerweise zum Beispiel auch das Satellitenkommunikationssystem Estrack operiert. Auf dem X-Band sollen bei 7 bis 8 GHz die Bilddaten vom Rover auf die Erde kommen, und die Steuerdaten sollen bei 2,2 GHz zwischen Missionskontrollzentrum und Rover hin und her wandern.