Lunar XPrize: Flug zum Mond gebucht

Seite 3: Payload und Experimente

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Der Rover selbst heißt ja nun nicht mehr Asimov, sondern wegen der Technologiepartnerschaft mit dem Autokonzern Audi Lunar Quattro. Die neue Version ist zehn Kilogramm leichter, was sich dank Knowhow und 3D-Drucktechnik des Automobilkonzerns mit dünnwandigem Aluminium bewerkstelligen ließ. Die Ingenieure simulieren und implementieren derzeit außerdem Halterungen für das Solarpanel aus Kunstfaser. Insgesamt ist der Rover größer geworden, vor allem die Räder – und trotzdem leichter.

Zur Finanzierung des millionenschweren Projekts – und als Testlauf des zukünftigen Geschäftsmodells – haben die PTScientists dieses Jahr offiziell Mitfahrgelegenheiten für allerlei kommerzielle Experimente von Firmen vermarktet, die sogenannten Payloads. Insgesamt 100 Kilogramm können sie transportieren, 70+x brauchen sie für die Rover und anderes eigenes Zeug. Grob ein Dutzend Payload-Kilos sind nach aktuellem Stand für 700.000 bis 800.000 Euro pro Kilogramm verkauft. Vier Kilo sind laut Becker derzeit noch erhältlich.

Landemodul "Alina" (Autonomous Landing and Navigation Module) und Rover "Audi Lunar Quattro" nach aktuellem Stand.

(Bild: Foto: PTScientists)

Ende 2014 hatten die PTScientists auf dem Chaos Communication Congress, wo sie nach wie vor Jahr für Jahr getreulich berichten, einen Wettbewerb für Projekte ausgerufen, die gratis ein Experiment mitschicken dürfen. Daraus haben sich zwei Sachen ergeben: Erstens hat die NASA ein Pflanze-im-Weltraum-Experiment am Laufen, und die PTScientists haben laut Becker jetzt eine Berliner Firma gefunden, die das entsprechende Gewächshaus baut. Zweitens wird die schwedische Universität von Umeå Lithium-Batterien auf dem Mond ausprobieren und das elektrische Feld des Mondes messen.

"Einer unserer Studenten dachte, es wäre doch mal lustig, die Wikipedia anzuschreiben. Wir wollten schon immer irgendwie die Wikipedia mitnehmen, wussten aber nicht, wie wir das umsetzen sollten. Die spannende Frage ist ja, welche Artikel man mitnimmt." Mit auf die Reise geht jetzt eine M-Disk, auf der unter anderem das Lemma zum Mond in allen Wikipedia-Sprachen gespeichert sein soll.