Meldeportal fĂĽr Patienten: "Laie ist Experte in eigener Sache"
Seite 5: "Technologien nicht selbsterklärend"
Mit der digitalen Patientenakte soll es ebenfalls mehr Patientensicherheit geben. Wie sehen Sie das?
Das Digitalgesetz nennt den Ausbau der Patientensicherheit mit an erster Stelle: Ziel der elektronischen Patientenakte, des elektronischen Rezepts und der Digitalisierung im Gesundheitswesen insgesamt ist auch der Ausbau der Patientensicherheit. Die Digitalisierung ist ein unverzichtbares Mittel, das wir stärker im Sicherheitsmanagement der Gesundheitsversorgung nutzen müssen. Klar ist aber auch, dass die Digitalisierung nicht einfach als "Plug-in-Technologie" zu verstehen ist. Die Patienten und die Behandlungsteams müssen auch lernen, damit umzugehen und überhaupt Vertrauen zu entwickeln.
Es wird viel Geld für die Technologien ausgegeben, aber ich glaube nicht, dass sie immer selbsterklärend sind. Im Sinne einer "Enabling Technology" sollte über den klugen und richtigen Einsatz der Techniken aufgeklärt werden. Wir brauchen gute Anwendungen und gute Anwender. Die dafür notwendige gesetzlichen Regelungen zur Förderung der digitalen Gesundheitskompetenz bestehen seit 2019.
Bemerkenswert ist, dass kaum Programme zur Förderung der digitalen Gesundheitskompetenz existieren. Wir investieren nicht in das Humankapital, wir erklären nicht Chancen und Risiken und fördern eben nicht die digitale Souveränität. Diese Defizite in der digitalen Souveränität von Patienten und Behandlungsteams erschweren den Einsatz der elektronischen Patientenakte und gefährden letztlich deren Erfolg.
(mack)