Zündender Ideengeber: Zum 150. Geburtstag von Rudolf Diesel
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Explosion ohne Zündkerzen
Während der Ottomotor ein Gemisch aus Luft und Kraftstoff verdichtet, soll das neue Aggregat die Ansaugluft komprimieren, in die dann kurz vor der Zündung der Kraftstoff eingespritzt wird, so Diesels Idee. Das sehr stark zusammengepresste Gemisch zündet von selbst, woher die bis heute gebräuchliche Bezeichnung "Selbstzünder" rührt. Im Vergleich zum Ottomotor zeigt die Dieselmaschine insbesondere unter Teillast einen sehr guten Wirkungsgrad. Um 1900 gehen die ersten, noch sehr großen Dieselmotoren in den Verkauf, doch die frühen Motoren erweisen sich als noch nicht robust genug, viele Kunde schicken ihre Aggregate mit Schäden zurück. Erst zahlreiche Verbesserungen lassen den Diesel zum Verkaufsschlager werden, allein zwischen 1907 und 1909 entstehen mehr als 1000 Motoren. Noch hat Rudolfs Motor einen gewaltigen Nachteil: Er ist enorm groß und taugt nur als Stationärmotor beziehungsweise Schiffsantrieb.
Tod im Ärmelkanal
Auch nach dem Durchbruch seines Motors, der auf der Weltausstellung 1900 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde, strebte Diesel nach höherem. Er wollte den Motor langfristig in vielen Verkehrsmitteln eingesetzt wissen. Doch diese Entwicklung sollte er nicht mehr erleben: Am 29. September 1913 begibt sich Rudolf Diesel an Bord des Postdampfers "Dresden" auf die Überfahrt nach England. Auf dem Schiff wird der 55-jährige zum letzten Mal lebend gesehen. Während einige Quellen von einem Selbstmord Diesels wegen drohenden wirtschaftlichen Ruins ausgehen, entwickeln andere Autoren Theorien, er sei von fremder Hand getötet worden: Entweder hätten – ein knappes Jahr vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs – Politiker oder auch Industrielle jeweils Motive gehabt, Diesel beiseite zu schaffen.