Zündender Ideengeber: Zum 150. Geburtstag von Rudolf Diesel

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Nachdem er das Gymnasium als Klassenbester abgeschlossen hatte, informierte Rudolf seine Eltern über seine Zukunftsplanung: "Liebste Eltern, mein sehnlichster Wunsch ist, Mechaniker zu werden. In irgendeinem anderen Fache werde ich kaum etwas Tüchtiges erlernen." Gegen den elterlichen Willen und durch ein Stipendium unterstützt, begann er 1875 sein Studium an der Königlich-Bayerischen Technischen Hochschule in München, der heutigen TU. Schon bald dachte der ehrgeizige Student darüber nach, wie man den Wirkungsgrad der damals allgegenwärtigen Dampfmaschine erhöhen könnte. Besonders die Vorlesungen des Carl von Linde, seines Zeichens Erfinder der Ammoniak-Kältemaschine, interessieren den jungen Diesel, Lindes Ausführungen zur Thermodynamik beeindrucken ihn. Der Professor und Unternehmer erkennt bald die Fähigkeiten seines Studenten: Nachdem Diesel im Jahr 1880 sein Examen mit dem besten Ergebnis, das seit Bestehen des Polytechnikums erreicht worden war, abgeschlossen hatte, wurde er mit gerade einmal 23 Jahren zum Direktor der französischen Niederlassung des Lindeschen Kühlmaschinenunternehmens berufen.

Doch die Idee einer neuartigen Wärmekraftmaschine spukt weiter in Rudolfs Kopf herum. Schon bald schränkt er seine beruflichen Aufgaben ein, um sich mit seiner "schwarzen Geliebten", wie er die Maschine nennt, beschäftigen zu können. Unter Aufwendung seiner Ersparnisse gelingt es ihm tatsächlich, das Konzept einer "neuen, rationellen Wärmekraftmaschine" im Jahr 1892 zum Patent anzumelden, welches ein Jahr später erteilt wird. Inzwischen nach Berlin versetzt, hat Rudolf nun die theoretischen Grundlagen erarbeitet, indes, es fehlt ihm an Partnern zur praktischen Umsetzung. Und die sind skeptisch: Ein junger, 34-jähriger Ingenieur will die Dampfmaschine ablösen? Schließlich gelingt es Diesel, den Generaldirektor der Maschinenfabrik Augsburg (der späteren MAN), Heinrich von Buz, zu überzeugen, ihm personelle und technische Ausstattung zur Verfügung zu stellen, die Essener Firma Krupp hilft dabei. 1894 dreht Diesels Maschine zum ersten Mal im Leerlauf, aber es wird noch drei weitere Jahre und viele Konflikte mit den Geldgebern dauern, ehe im bereits erwähnten Februar 1897 der erste Dieselmotor zufriedenstellend läuft.