"VW hat die Nation betrogen!"

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Die häufige Frage, was Endkunden machen sollen, lässt sich weiterhin so zusammenfassen: nichts. Die EPA hat Kunden versichert, dass ihre Autos "legal und sicher zu fahren" seien. Da dieser Zustand zur Anhörung lange bekannt war, drängten die Politiker auf Eile. Horn antwortete unter anderem, dass er "einmal im Monat" nach Wolfsburg reise, und sowohl Müller als auch Diess aus Konferenzen geholt habe. Er wollte offenbar verdeutlichen, dass er selber dringenden Handlungsbedarf sieht. Die Folgefrage, was denn Müller und Diess dazu sagen, dass niemand nichts gewusst haben soll, beantwortete Horn nicht, sondern wich aus. Immerhin gab er eine eindeutige Antwort auf: "Sehen Sie diese Sache als einen Straftatbestand?" Nämlich: "Ja."

Es folgten Anschuldigungen und Empfehlungen. "Das Problem jetzt auszublenden ist nicht in Ihrem Interesse. Die Erfahrung zeigt, dass Aussitzen es letztendlich nur teurer macht." Am bemerkenswertesten ist der Rant eines gelernten Ingenieurs aus New York, der mit vor Rage zitternden Händen sagt, Volkswagens Verhalten sei "ein Zeichen von Arroganz. Ich kann Volkswagens Darstellung der Taten abtrünniger Programmierer nicht akzeptieren. Ihr habt es 2009 nicht geschafft, den sauberen Diesel wie geplant auf den Markt zu bringen. Keiner fand eine Lösung, und dann kommen plötzlich zwei Software-Entwickler an, als hätten sie Feenstaub gefunden. [...] Ich kaufe Ihnen das nicht ab. Wenn das wahr wäre, solltet ihr eure gesamte Patentabteilung rausschmeißen. [...] Eine Bitte: Seien Sie ehrlich zu Ihren Anlegern. Die Rückstellung von 6,8 Milliarden [Dollar] ist eine Größenordnung zu wenig." Er äußerte abschließend die Bitte an Horn, seine Anschuldigungen nach Wolfsburg weiterzugeben. Horn stimmte zu.

Der nächste Abgeordnete konfrontierte Horn mit Briefen von VW-Kunden, aus denen er zitierte. Er führte außerdem den Fall von BPs Küstenverseuchung an, bei der BP einen großen Teil der Strafzahlungen später von der Steuer absetzte, also indirekt doch wieder die Steuerkasse belastete. "Können Sie mir hier unter Eid versichern, dass Volkswagen so ein Schlupfloch später nicht ausnutzen wird, wenn Strafen fällig werden?" Horn hatte Schwierigkeiten, die verschlungene Frage zu verstehen und kannte zudem das verwendete Steuerschlupfloch nicht. Er stimmte dem Abgeordneten jedoch zu, dass eventuell auferlegte Strafen keine Bürde für Steuerzahler sein sollten. Folgefrage: Wer war es und warum? Horn: Das ist bis jetzt nur Spekulation. Bemerkenswert Horns folgende Vermutung, weil sie viele geäußert haben: "Kostendruck wahrscheinlich."