Spannung erleben: Unterwegs im Mini E mit Elektroantrieb
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Selbstbremser
Das wirklich Gewöhnungsbedürftige am Elektro-Mini ist die Rekuperation, also die Rückgewinnung von Energie im Schubbetrieb. Hierbei arbeitet der Elektromotor als Generator, der gewonnene Strom wird in die Batterie eingespeist. Geht man bei niedrigen Geschwindigkeiten vom "Gaspedal", verzögert der Wagen, als ob man mittelschwer auf die Bremse treten würde. Im langsamen Verkehr kann der Fahrer den Mini also nicht einfach rollen lassen wie ein Auto mit Verbrennungsmotor, sondern muss ihn per Tritt aufs Pedal den Wagen in Schwung halten. Fahren wir dann 120 km/h, hat das Loslassen des Gaspedals nur noch eine marginale Verzögerung zur Folge. Die Bremswirkung des Generators nimmt also mit fallender Geschwindigkeit deutlich zu – ein Unterschied, der einige Gewöhnung verlangt. Als wir nach einer halben Stunde Stop&Go-Verkehr am Gebäude der L.A. Times vorbeikommen, haben wir uns an das Verzögerungsverhalten des E-Mini gewöhnt. Und wenn man mal wirklich auf die Bremse treten muss, kommt das Auto dank Generator-Bremse plus normaler Scheibenbremsen auf kürzestem Weg zum Stehen.
Technik von AC Propulsion
BMW sagt nicht viel dazu und Tesla noch viel weniger: Die Antriebstechnik sowohl des Mini E als auch des Tesla Roadster stammen vom amerikanischen Spezialisten AC Propulsion. Seit 2007 bietet AC Propulsion den eBox an, ein Elektrofahrzeug auf Basis des Scion xB – mit einer ebenfalls aus 5088 Einzelakkus bestehenden Lithium-Ionen-Batterie. BMW hat diese Batterie den Platzverhältnissen im Mini angepasst und die Steuereungselektronik von AC Propulsion gekauft. Der Elektromotor leistet 150 kW (204 PS) und soll mit einer Batterieladung eine Fahrtstrecke von 240 Kilometern schaffen. Wer es auf Grund der Verkehrsverhältnisse schafft, die Rekuperation maximal zu nutzen, soll sogar beinahe 290 Kilometer weit kommen. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 152 km/h begrenzt. Das sind 94 mp/h (Meilen pro Stunde) – mehr als genug. Schließlich wird der Mini E vorerst nur als Testfahrzeug in einer Auflage von 500 Wagen in den USA unterwegs sein – und dort sind maximal 75 mp/h erlaubt. Allerdings soll eine Mini-E-Flotte ab dem kommenden Frühjahr auch in Berlin getestet werden und wird sich dann auch im deutschen Autobahnverkehr bewähren müssen.