Dynamische Stagnation

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Beginnen wir beim Opel Ampera, der uns ja als Elektroauto mit einem Benzinmotor zur Verlängerung der Reichweite verkauft wurde. Allerdings besitzt der Verbrenner durchaus einen direkten mechanischen Durchtrieb zu den Antriebsrädern, womit er nicht zwangsweise den Umweg über die Elektrizität nehmen muss. Der Wirkungsgrad des direkten Antriebs ist in vielen Fahrsituationen einfach ökonomischer. Bis heute hat es auch noch kein Personenwagen mit so genanntem Range Extender zur Serienreife geschafft. Der Ampera war ein echter Vorreiter für das, was wir jetzt Schlag auf Schlag von anderen Herstellern präsentiert bekommen.

Die Elektroskepsis der Europäer hat ihm allerdings wenig Markterfolg gebracht, so dass dieses Auto nur in den USA als Chevrolet Volt nennenswerte Stückzahlen erreichen konnte. Obwohl die Praxiswerte ermutigend waren: Gut 40 Kilometer elektrische Reichweite. 18 kWh Stromverbrauch auf 100 km. Verbrauch im Benzinmodus: 7,4 l/100 km.

Der soeben erschienene Audi A3 e-tron kann’s auch nicht viel besser. Als klassischer Kompaktwagen wirkt er etwas weniger exotisch und ist ein bisschen praktischer im Alltag als der auf Sportwagen getrimmte Schrägheck-Ampera. Die rein elektrische Reichweite des Audi liegt bei etwas über 30 Kilometer, der Verbrauch im Hybridmodus bei gut 8 l/100 km. Lädt man während des Fahrens die Batterie von Leer auf Voll, so benötigt man dabei etwas mehr als 100 Kilometer oder etwas länger als eine Stunde. In diesem Lademodus steigt der Verbrauch auf gut 9 Liter je 100 Kilometer. Der erhöhte Verbrauch im Lademodus wird am Ende je nach Fahrstil mit 20 bis 30 Kilometer null Benzinverbrauch vergütet, was unterm Strich wieder etwa acht Liter auf 100 Kilometer ergibt.

Ökologisch gesehen sind die Vorteile also eher gering: keine lokalen Emissionen im rein elektrische Betrieb. Beim europäischen Kraftwerksmix mit einem hohen fossilen Anteil ist auch in der CO2-Bilanz durch den Elektrobetrieb kaum ein Bonus zu lukrieren. Der deutlich höhere Energie- und Rohstoffeinsatz bei der Herstellung von derartigen Hightech-Autos wirkt sich sogar negativ auf die CO2-Gesamtbilanz aus. So kann man sich nur damit trösten, dass dieser technologische Schritt die Welt zwar im Moment nicht wirklich vorwärts bringt, dies aber immerhin in die richtige Richtung.