Im SLS AMG auf der Route der Carrera Panamericana

Seite 3: Im SLS AMG auf der Route der Carrera Panamericana

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Hans Herrmann kennt beide: den 300 SL von früher und den neuen SLS AMG. Letzterer ist mit 571 PS unterwegs, kommt von Null auf 100 km/h in 3,8 Sekunden. Der alte 300 SL ließ sich am besten bei hohen Drehzahlen abbremsen, bei niedrigen Drehzahlen "musst du auf die Bremse treten wie ein Ochse". Auch für die Kupplung brauchte man in dem wahnsinnig heißen Wagen jede Menge Kraft. Und der SLS? Herrmanns Gesicht wirkt sonnig und entspannt: "Komfort, unglaublicher Komfort." Der SLS ist bequem – mit Kopfstützen, Klimaanlage, Siebengang-Doppelkupplungs-Getriebe und verstellbarem Fahrwerk. Herrmann steuert den SLS als wären die Jahrzehnte spurlos an ihm vorübergegangen, der Mann kann einfach gut fahren. Auch wenn der SLS seinen glorreichen Uhrahn preislich locker in den Schatten stellt – die erste Jahresproduktion des mindestens 177.000 Euro teuren Wagens ist bereits ausverkauft.

Wir fahren weiter über Brücken, die staubtrockene Flussbetten überspannen, cruisen durch hügelige Kakteen-Wälder. Und auf einmal müssen wir neben einem Humvee mit aufgepflanztem Maschinengewehr halten. Zusammengerollte Nagelketten glänzen am Straßenrand, überall sind Soldaten mit Pumpguns und M16-Sturmgewehren. Das große MG auf dem Humvee sieht aus als könnte es unseren Wagen mit einem Feuerstoß halbieren. Diese Straßenkreuzung direkt an einer Pemex-Tankstelle wird wohl gerne von Drogen-Kurieren auf dem Weg in die USA genutzt. Jetzt durchsucht das Militär verdächtige Fahrzeuge nach verbotenen Substanzen. Dann geht es weiter auf der Panamericana, der Straße, die Alaska mit Feuerland verbindet. Seit 1988 gibt es auch die entsprechende Rallye wieder, jetzt allerdings für Oldtimer. Die Mexikaner sind nach wie vor Feuer und Flamme für das Rennen. Abends wird unsere Karawane gefeiert – unter anderem mit zerbröselten gerösteten Heuschrecken, die leicht salzig schmecken. (imp)