Fords Sync-Show auf der CeBIT 2011

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Fragezeichen bleiben hinsichtlich der verwendeten Hardware, vor allem der Prozessoren. Der Gedanke, mit der Technik der Außenwelt mitwachsen zu können, bedingt zumindest teilweise die Notwendigkeit, auch bei der Verarbeitungsgeschwindigkeit immer auf Höhe der Zeit zu sein. Auch Ford kann natürlich nicht voraussehen, wie sich etwa die Komplexität von Navigationsapplikationen oder hochauflösenden Musikformaten in den nächsten zehn Jahren entwickelt.

Das ändert aber nichts daran, dass sich der Focus als deutlich offeneres System präsentiert als jedes andere Auto dieser Klasse. Selbst beim Notrufsystem setzt Ford auf übliche Standards: Weil das Navigationssystem weiß, in welchem Land man sich befindet, wird im Notfall einfach die normale Notrufnummer angerufen, zum Beispiel die 112. Das Sprachmodul kann dann in Landessprache einen vordefinierten Text übermitteln – dafür braucht es weder zusätzliche Hardware im Auto noch eine neu zu schaffende Infrastruktur von Leitstellen oder Servicezentralen.

Nach dem Willen der EU sollen Neuwagen wohl ab 2013 mit E-Call-Systemen ausgestattet werden, endgültig geklärt ist dies aber nach wie vor nicht. Erstens gibt es Automobilhersteller, die eigene Notruflösungen in Verbindung mit eigens eingerichteten Notrufzentralen bereits einsetzen. Zweitens gibt es Zulieferer wie etwa Infineon oder NXP, die tatkräftig E-Call-Lösungen entwickeln und damit natürlich auch Geld verdienen wollen. Drittens kommt nun Ford und sagt: Unser Notrufsystem funktioniert ohne jeglichen organisatorischen und technischen Zusatzaufwand und kostet den Anwender keinen Cent.

Inwieweit es hier noch ein Tauziehen im Hintergrund gibt, wissen wir nicht. Etwas Zeit hat auch Ford noch, um gegebenenfalls sein System den Regularien anzupassen. Der neue Ford Focus kommt zwar schon am 9. April zu den deutschen Händlern. Das Sync-System aber wird in Europa erst 2012 eingeführt, wann genau, sagt Ford noch nicht. (ggo)