Fords Sync-Show auf der CeBIT 2011
Auch die Internetfähigkeiten eines Focus mit Sync sind vielversprechend: Über die USB-Schnittstelle oder Bluetooth lassen sich Mobiltelefone oder UMTS-Sticks anschließen, um Zugang zum Internet zu bekommen. Das ist ein pragmatischer Weg, weil er die Nutzung von Gerätschaften erlaubt, die man auch außerhalb des Autos benutzt. Außerdem bietet Sync eine Router-Funktion, die maximal fünf Insassen den Internet-Zugang im Fahrzeug per WLAN zur Verfügung stellt. Es wird sich erweisen müssen, wie stabil etwa die Verbindung über einen UMTS-Stick während der Fahrt sein wird und nicht jeder wird vom Strahlungscocktail im Innenraum begeistert sein. Doch die Lösung weist insofern in die richtige Richtung, als der Kunde für die Anwendung im Auto keine zusätzlichen Geräte, SIM-Cards etc. benötigt.
Patch-Work
Außerdem erlaubt Sync wie der Heimcomputer Updates, um in Zukunft neue Hardware unterstützen zu können oder sogar mit neuen Funktionen ausgestattet zu werden. Der Focus-Besitzer kann die Updates sogar selber durchführen. Manipulationen sollen durch eine Art Codeabgleich zwischen Nutzer und Gerätesoftware vermieden werden, die Ford aber nicht näher erläutert. Aus unserer Sicht wäre es höchst bemerkenswert, wenn Ford aus dem Stand eine Lösung zustande bringt, die mit absoluter Sicherheit nicht manipulierbar ist.
Alles umsonst
Wie Alan Mulally versichert, fallen für die Connectivity-Funktionen von Sync keinerlei Gebühren an. Für Apps, die auch bei Sync zu erwarten sind, wird diese Aussage wohl nicht gelten. Insgesamt ist es aber erfreulich, dass Ford der Versuchung widersteht, Dienste, die im Heimbereich selbstverständlich sind, nur gegen Geld anzubieten. Stattdessen öffnet sich Sync für die vorhandene Kommunikations- und Unterhaltungstechnik, womit auch das Dilemma der unterschiedlichen Entwicklungszyklen weitgehend gelöst wird. Schließlich wird ein Auto gut zehn Jahre gefahren, bis dahin werden heutige Infotainment-Lösungen völlig veraltet sein.