Fahrbericht: Nissan Micra

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Schade ist nur, dass die Farben- und Detailfreude in den Türtafeln ein jähes Ende findet, wo nur noch dunkler Kunststoff zu finden ist. Genügend brauchbare Ablagen sind vorhanden. Gut gefallen hat mir das große Fach vor dem Schaltknüppel, das bei den beiden höchsten Ausstattungslinien mit einer praktischen Ambientebeleuchtung illuminiert ist. Aus dem Boden des Fachs leuchten dann Lichtpunkte heraus. Verschenkt ist hingegen der Platz zwischen den Sitzen, wo man fast automatisch Kleinutensilien in eine wenig ausgeformte Delle im Plastik legt. Da stören sie dann bei der Bedienung der Handbremse. Bei präpotent angegangenen Kurven können sie auch mal im Fußraum landen.

Hinten sitzen Erwachsene im Klassenmaßstab gut. Ich bin 1,78 m groß und kann hinter dem auf mich eingestellten Fahrersitz auch auf längeren Strecken ordentlich sitzen. Meine Knie berühren dann leicht die Fahrersitzlehne, aber meine Füße lassen sich bequem unter dem Fahrersitz verstauen. Die Kopffreiheit wird erst ab 1,80 m Größe zum Problem. Durch die breite C-Säule und die hohe Schulterlinie fühlt man sich beengter als etwa im Kia Rio oder im VW Polo Fünftürer.

Der Kofferraum in Normalstellung liegt mit 300 Litern im guten B-Segment-Durchschnitt. Bei umgeklappten Rücksitzlehnen passt bei dachhoher Beladung mit 1004 Litern relativ viel in den Micra. Ein Hyundai i20 ist mit 326 bis 1046 Litern noch etwas geräumiger. Die deutsche 5-Türer-Konkurrenz zum Vergleich: VW Polo (280 bis 952 Liter), Opel Corsa (285 bis 1120 Liter.) Die Variabilität lässt beim Micra zu wünschen übrig. Nach dem Umlegen der Rücksitzlehne bleibt eine unschöne Stufe stehen. Ein variabler Ladeboden ist nicht erhältlich. Den Note kann der Micra in dieser Disziplin leider nicht ersetzen. Seine Rückbank ließ sich verschieben und das Kofferraumvolumen zwischen 325 bis 411 Liter variieren. Maximal passten sogar 1495 Liter in den Note.

Zum Marktstart wird der neue Micra mit drei Motoren angeboten. Zwei Dreizylinder-Ottomotoren sind im Programm: Ein Einliter-Sauger mit 73 PS und ein 0,9-Liter-Turbo mit 90 PS. Ebenfalls 90 PS leistet der 1,5-Liter-Turbodiesel, der einzige Vierzylinder im Programm. Auf stadtverkehrlastigen ersten Runden mit den beiden Turbomodellen fiel zunächst auf, dass der Diesel weniger „nagelte“ als der Micra mit Ottomotor. Eine Kollegin fragte schon, als der Wagen vorgefahren wurde: „Das ist der Diesel, oder?“ Der Nachteil bezieht sich jedoch nur auf das Hörerlebnis.