Eicma: Großroller und Hightech im Trend

Inhaltsverzeichnis

Ein weiterer sich verstärkender Trend betrifft die Freizeitfahrzeuge. Wie beim Auto wird Hightech, werden elektronische Zusatzsysteme mehr und mehr zu entscheidenden Kaufkriterien, nicht zuletzt deshalb, weil man sie sehr gut per Schlagwort vermarkten kann: "Traktionskontrolle" ist eben tausendmal einfacher zu konsumieren als "diese Schwingengeometrie sorgt für viel Traktion, weil undjetzterklärichdirwas". Auf der Eicma steht dieser Trend in Metall gegossen als Ducati 1199 Panigale auf einem Podest. Es ist das aufwendigste Projekt der Firmengeschichte und die vielleicht radikal skurrilste Zweiradkonstruktion seit einer Britten V1000.

Da Ducatis 90°-V2 stabil gebaut werden muss, um die hohen Kräfte aufzunehmen, machten die Bologneser aus dieser Not eine Tugend und setzten den Motor tragend als zentrales Chassis-Element ein. Daran setzen Aluguss-Hilfsrahmen an, nach vorne ein Monocoque mit integrierter Airbox zum Lenkkopf, nach hinten ein Heckrahmen und die Aufnahmen für Schwinge und Federbein. Um 5 kg zu sparen, hat Ducati also ihr über alles geliebtes Markenzeichen, den Stahlgitterrohrrahmen, einfach weggeschmissen. In der Königsrennklasse MotoGP hat dieses Konzept trotz Gewichtsvorteil weitgehend versagt, doch am Markt gelten andere Wettbewerbsgesetze. BMWs Bestseller-Superbike konnte auch keinen Lauf der SBK-WM gewinnen.

Mit einem rennstreckentauglichen, abschaltbaren ABS von Bosch, Traktionskontrolle, einstellbarem Motorbremsmoment über die Ride-by-Wire-Drosselklappenservos, elektronisch in Settings eingestellten Dämpfern, TFT-Instrumenteneinheit und optional einem integrierten GPS-Laptimer mit Data Recording hakt Ducati alles ab, was Motorradfahrer der iPhone-Generation gern kaufen. Das bisherige Techno-Flaggschiff, die BMW S 1000 RR, wird im Modellupdate ebenfalls einen GPS-Laptimer mit Data Recording in der Aufpreisliste anbieten.