Der Mildhybrid gewinnt an Fahrt

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Vollhybrid als ökologischer Notnagel?
Mildhybride mit einem „kleinen“ Elektromotor von vielleicht 15 bis 20 kW, der in Beschleunigungsphasen unterstützt, aber kein längeres elektrisches Fahren erlaubt, werden also voraussichtlich die besten Chancen haben, vom Markt angenommen zu werden. Dennoch ist anzunehmen, dass vor allem Kleinwagen vermehrt als Mikrohybride kommen werden, weil der Mehrpreis sonst in der Relation zum Gesamtpreis zu hoch ausfällt. Vollhybride, so meinte in Braunschweig Wilfried Nietschke von der IAV GmbH, werden vor allem im Bereich von SUVs erfolgreich sein. Die nüchterne Begründung: Dies sei notwendig, damit diese Fahrzeugkategorie mittelfristig überhaupt noch gesellschaftlich akzeptabel sei.

Ungeklärte Batteriefragen
Ob Hybrid- oder Elektrofahrzeug, als einer der großen Knackpunkte gilt die Batterietechnik. Von Lithium-Ionen-Batterien erhoffen sich die Hersteller unter anderem mehr Flexibilität bei Lade- und Entladevorgängen und vor allem größere Reichweiten. Mit welchem Druck die Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien betrieben wird, zeigt die Nominierung eines Forscherteams der Firma Li-Tec für den deutschen Zukunftspreis 2007. Mit einem flexiblen Keramikseparator will das „Gemeinschaftsunternehmen mehrerer Anteilseigner“ ein Material gefunden haben, das den sicheren Betrieb von Lithium-Ionen-Batterien auch in Fahrzeugen ermöglicht. Die Namen der beteiligten Unternehmen sprechen für sich: BASF, Bosch, Evonik (Degussa) und Volkswagen wollen nicht ein zweites Mal zusehen müssen, dass die Japaner den Batteriemarkt unter sich aufteilen.

Lithium-Ionen-Batterie in drei Jahren?
Aktivitäten wie die „Lithium Ionen Batterie LIB 2015“, Continentals Ankündigung in die Fertigung von Li-Ion-Batterien einzusteigen oder Äußerungen von VW-Chef Martin Winterkorn, der im Januar recht freimütig auf Deutschlands Rückstand in der Batterietechnik hinwies, zeigen, dass keiner diesen neuen Markt verpassen möchte. Auch in Braunschweig war die Lithium-Ionen-Batterie ein Thema, doch auf die Frage „Wann ist die Lithium-Ionen-Batterie serienreif?“ mochte sich keiner so recht festlegen. Immerhin ließ sich Prof. Seiffert auf eine Schätzung ein: Etwa drei Jahre werde es wohl noch dauern, in Anbetracht des Engagements sei er sich aber zumindest sicher, dass die Technik nicht wieder in der Versenkung verschwindet.