Der Mildhybrid gewinnt an Fahrt

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Wieviel Hybrid ist richtig?
Bis dahin ist Pragmatismus gefragt: Das „richtige“ Antriebskonzept ermöglicht eine drastische Verbrauchsreduzierung – aber bitte nicht erst in fünf oder zehn Jahren. Auch den Automobilherstellern nützt es im Hinblick auf zukünftige CO2-Grenzwerte wenig, wenn sich kaum einer die Spartechnik leisten kann. Selbst wenn er eine Übergangslösung ist, darf der Hybridantrieb als eine Technik gelten, die mit überschaubarem Aufwand eine Reduktion von Verbrauch und CO2-Emissionen möglich macht. Die Frage ist nicht mehr, ob sich Hybride durchsetzen, sondern wie ein Hybridantrieb ausgelegt und skaliert werden muss, um das richtige Maß zwischen Einspareffekt und Bezahlbarkeit zu erreichen.

Die Ja-Abers sind alle weg
Zwar hat der öffentliche „Hype“ um Hybridfahrzeuge in letzter Zeit ein wenig nachgelassen, so schien es zumindest in den letzten Monaten. Doch die Realität in den Entwicklungsabteilungen sieht anders aus, oder wie es der ehemalige VW-Vorstand Ulrich Seiffert Ende Februar auf der Tagung „Hybridfahrzeuge und Energiemanagement“ des Gesamtzentrums für Verkehr Braunschweig (GZVB) ausdrückte: „Die Ja-Abers sind alle weg“. Mit anderen Worten: Nicht mehr die Zweifler dominieren die Meinung, sondern diejenigen, die an die Hybridtechnik glauben, sie weiterentwickeln wollen und Diskussionen um das richtige Konzept als spannende Herausforderung sehen.

Milde Stimmung in Braunschweig
Auf der Braunschweiger Tagung, die seit 2002 alle zwei Jahre stattfindet, gab es genügend Gelegenheit, Industrievertreter und Entwickler nach ihrer Meinung zur Zukunft von Hybridfahrzeugen zu befragen. Die vorherrschende Meinung: Kurz- und mittelfristig scheinen zumindest die deutschen Automobilhersteller auf den Mildhybrid für den Massenmarkt zu setzen. Dass BMW just einige Tage später einen X5 mit Mildhybrid mit dieser Technik vorstellte, passt in dieses Bild. Und auch an anderen Hinweisen hat es in den letzten Monaten nicht gefehlt. So war VW bei der Vorstellung des neuen 7-Gang-DSG daran gelegen, die Hybridfähigkeit des neuen Getriebes zu betonen. Hoffnungen, dass VW bald einen Mildhybrid mit DSG vorstellt, erscheinen vor diesem Hintergrund nicht mehr unrealistisch.