Flüssigluftnummer

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Damit gelangen die schädlichen Abgasbestandteile in Deutschland direkt in die sogenannten Umweltzonen, Bereiche in die Autos mit ähnlich abgasintensiven Motoren überhaupt nicht einfahren dürften. Die Stadt München beispielsweise hat trotz großen Ärgers wegen der Luftreinhaltung eine pauschale Ausnahmeregelung für Fahrten ohne Plakette durch die Umweltzone zu ihrer Großmarkthalle erteilt. Konsequent, denn was sind schon die paar Schadstoffe aus den Zugmaschinenmotoren angesichts der vielen Kühlaggregate?

Das britischen Technologieunternehmen Dearman sinnt auf Abhilfe. Wohl auch ein bisschen zur Belebung seines erwarteten Geschäfts nennt Toby Peters, Chef des Londoner Start-ups Dearman, zwar nüchterne Zahlen, zieht dabei aber auch recht beeindruckende Vergleiche: Der Feinstaub aus der Containerkühlung entspreche 2015 mit ca. 5000 Tonnen umgerechnet der Emission von rund 56 Millionen Diesel-Pkw mit Euro-6-Standard, der NOx-Ausstoß mit rund 40.000 Tonnen dem von 26 Millionen Euro-6-Diesel-Pkw (jedenfalls, wenn sie kein illegales Defeat Device haben, womit Volkswagen gerade kämpft). Das hat die Firma kürzlich mit der Universität Birmingham berechnet.

Angesichts dieser Dimension klingt es aufs erste Hören ein bisschen überraschend, dass Dearman zur Lösung des Problems dazu ausgerechnet einen Kolbenmotor einsetzen möchte.

Peter Dearman, Mitgründer und Anteilseigner der Firma, hat folgende Idee: Flüssiger Stickstoff wird in einem Tank des Kühlcontainers mitgeführt. Um die Ladung zu temperieren, wird ein Teil davon über einen Wärmetauscher im Container entspannt, wo es bereits dadurch Kühlleistung verrichtet.