Basis-Bewegung
Alle drei Kandidaten besitzen eine Sechsgang-Schaltung. Die des Ford Focus überzeugt am meisten, denn hier flutscht der Ganghebel wie von magischer Hand gezogen in Position. Beim BMW muss man zum Einlegen eines Gangs dagegen einen deutlichen Widerstand überwinden, während der Mercedes ein Mittelding der beiden Lösungen darstellt. Wer die Hand gewohnheitsmäßig auf dem Schaltknüppel ruhen lässt, den werden die Vibrationen stören, die ausschließlich beim BMW spürbar sind – sowohl im Stand wie während der Fahrt.
Einer mit Hinterradantrieb
Der 1er bietet als einziger Wagen im Segment einen Hinterradantrieb, die anderen Kandidaten haben den üblichen Frontantrieb. Der 1er liegt in der Tat gut auf der Straße, aber auch die Konkurrenten sind nicht schlecht. Bei Fahrbahnunebenheiten rumpelt der Focus am meisten. Allerdings hat der Ford-Testwagen auch den geringsten Reifenquerschnitt. Komfortabler geht es im BMW zu und am besten schneidet der Mercedes ab. Beim Ford fällt außerdem eine Nickneigung auf: Beim starken Beschleunigen knickt der Wagen in der Gangwechselpause vorne ein, und auch beim scharfen Bremsen. Dramatisch ist dies nicht, doch bei den Premium-Konkurrenten ist das nicht zu beobachten.
Gute Fahrwerke
Alle drei Testkandidaten haben hinten eine aufwendige Mehrlenkerachse. Gegen Aufpreis kann man den BMW mit adaptiven Dämpfern oder straffem M-Sportfahrwerk ausrüsten, wobei der Testwagen das adaptive Fahrwerk hatte. Der Mercedes lässt sich gegen Zuzahlung mit einem Sportfahrwerk ausstaffieren, adaptive Dämpfer sind jedoch nicht verfügbar. Beim Focus ist weder das eine noch das andere zu haben. Der 1er besitzt serienmäßig einen "Fahrerlebnisschalter". Neben der Motorcharakteristik und den ESP-Eigenschaften beeinflusst er auch die Lenkung. Beim Testwagen werden auch die adaptiven Dämpfer angepasst. Groß sind die Unterschiede aber nicht. Serienmäßig steht neben den Modi Comfort und Sport auch der Eco-Pro-Modus für Spritsparfreunde zur Wahl. Der Bordcomputer zeigt dann die Strecke an, die man mit dieser Tankfüllung weiter fahren kann – durchaus motivierend.
Tempoabhängige Lenkübersetzung
Die Lenkung des BMW ist sehr direkt. Auf der Autobahn fühlt sie sich zuweilen etwas nervös an. Besonders leicht gehen 180-Grad-Wenden von der Hand. Das mag an der optionalen "variablen Sportlenkung inklusive Servotronic" liegen. Dabei ist Servotronic das BMW-Wort für eine geschwindigkeitsabhängige Servounterstützung. Der Rest des Wortungetüms steht für eine Lenkung mit variabler Übersetzung. Für die Praxis heißt das: Bei geringem Tempo ist nicht nur die benötigte Lenkkraft geringer als bei hoher Geschwindigkeit, sondern es reicht auch ein kleiner Lenkradeinschlag. Ebenfalls eine Lenkung mit variabler Übersetzung bietet Mercedes an. Bei der optionalen "Direktlenkung" verändert sich die Übersetzung jedoch mit dem Lenkwinkel. Derart aufwendige Lenksysteme sucht man in der Focus-Preisliste vergeblich. Hier arbeitet stets eine elektromechanische Servolenkung mit fester Übersetzung. In der Praxis fühlt man den Unterschied der verschiedenen Systeme kaum. Auffällig ist jedoch die recht hohe Rückstellkraft der Ford-Lenkung. Insgesamt schneiden Mercedes und BMW beim Fahrwerk etwas besser ab als der Ford. Die Unterschiede sind jedoch eher gering.