Auf der Suche nach dem idealen Getriebe

Seite 5: Auf der Suche nach dem idealen Getriebe

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Getriebe als Baukosten-Konzept
Während Toyota zum Beispiel im Prius auf einen leistungsverzweigten Antrieb setzt, bei dem die Übersetzung stufenlos erfolgt, setzen die Europäer überwiegend auf Parallelhybride, bei denen die Antriebsmomente von Verbrennungs- und Elektromotor getrennt voneinander zum Getriebe geführt werden. Dieses Konzept hat unter anderem den Vorteil, dass sich Getriebe modular auslegen lassen, wie das Beispiel ZF zeigt. Für die Hybridisierung des Antriebsstrangs bietet das 8-Gang-Automatikgetriebe die Möglichkeit, sowohl einen Mikro-Hybrid mit Kurbelwellen-Starter-Generator als auch einen Vollhybrid als Parallelhybrid zu realisieren.

Doppelkupplungsgetriebe für Hybridantriebe
Ähnliches gilt jedoch auch für das Doppelkupplungsgetriebe. So hat die Firma Getrag zusammen mit Bosch bereits Mitte 2006 eine Kooperation vereinbart, um ein Hybrid-geeignetes DKG zu entwickeln. Das Getriebe ließe sich ohne größere Änderungen für Fahrzeuge mit und ohne Hybridantrieb einsetzen. Sollte dieses „Baukasten-Prinzip“ erfolgreich sein, wäre das DKG möglicherweise die beste Antwort auf die in Berlin diskutierten Fragen: Ob mit oder ohne Hybrid – es verspricht niedrigen Verbrauch, benötigt wenig Bauraum, ermöglicht hohe Stückzahlen in unterschiedlichsten Fahrzeugklassen und somit günstige Preise, die auch den Einsatz in Kleinwagen preislich interessant machen.

Zielkonflikt aus Komfort, Kosten und Effizienz
Trotz unterschiedlicher Meinungen waren sich die Teilnehmer des Symposiums in Berlin in einem Punkt einig: Welches Getriebekonzept die besten Zukunftschancen hat, hängt davon ab, wie der Zielkonflikt aus Komfort, Kosten und Effizienz am besten gelöst werden kann.

Das Doppelkupplungsgetriebe schneidet bei der Bewertung dieser Kriterien gut ab: Es ist komfortabel, bietet einen relativ guten Wirkungsgrad und dürfte über höhere Stückzahlen in Preisbereiche weit unter 1000 Euro vorstoßen. Das ist keine Erfolgsgarantie, aber doch eine überraschende Aussicht für ein Getriebekonzept, das der Darmstädter Professor Franke bereits 1940 patentierte und das daraufhin jahrzehntelang fast in der Versenkung verschwunden war. (ggo)