Auf der Suche nach dem idealen Getriebe
Seite 2: Auf der Suche nach dem idealen Getriebe
„Automatisierung“ kann den Verbrauch senken
Als „sparsamstes“ Getriebe galt bisher die Handschaltung, an dem man tatsächlich kaum vorbeikommt, wenn man preisgünstige Autos für die aufstrebenden neuen Absatzmärkte anbieten möchte. Doch die Anschaffungskosten alleine werden auf Dauer nicht ausschlaggebend sein, wie ein Vertreter des Getriebeherstellers Getrag in Berlin feststellte. Seine Prognose: Je mehr die Kraftstoffkosten steigen, desto leichter sind die Zusatzkosten für ein automatisches Getriebe zu verkraften, sofern es dabei hilft, Kraftstoff zu sparen. Denn bereits mit heutigen technischen Möglichkeiten erlaubt die „Automatisierung“ weniger Verbrauch und somit weniger CO2-Ausstoß.
Unterschiedliche Vorlieben im Weltmarkt
Welche „Automatik“ den Zielkonflikt aus Komfort, Kosten und Effizienz am besten lösen kann, wurde in Berlin jedoch durchaus kontrovers diskutiert: In Indien beispielsweise könnte Studien zufolge das CVT-Getriebe (Continuous Variable Transmission) an Bedeutung gewinnen. Aus Sicht des indischen Automobilherstellers Tata Motors erlaubt dieses Getriebekonzept bei der hohen Verkehrsdichte den höchsten Komfort.
Diese Meinung teilen jedoch nicht alle Getriebeentwickler, zumal das CVT einen relativ schlechten Wirkungsgrad hat, was den Forderungen nach einem niedrigen Verbrauch widerspricht. Andererseits hat beispielsweise eine Entwicklung von Continental erst in jüngerer Zeit gezeigt, dass wohl noch längst nicht alle Wirkungsgrad-Potenziale ausgeschöpft sind – und besonders japanische Hersteller verfügen über Know-how, das sie so schnell nicht aufgeben werden.
In Europa findet dagegen das Doppelkupplungsgetriebe (DKG) immer mehr Fürsprecher. Laut Getrag ermöglicht das DGK schon jetzt einen 4 bis 8 Prozent geringeren Verbrauch als ein Handschaltgetriebe, biete aber zugleich Dynamik und Fahrspaß. Zudem sei man erst am Anfang seiner Entwicklung und besonders der Wirkungsgrad könne noch deutlich gesteigert werden. Dies gelte selbst bei Varianten mit Kupplungen im Ölbad, wie sie für hohe Drehmomente – bisher oberhalb von etwa 250 Nm – notwendig sind.