Auf der Suche nach dem idealen Getriebe
Seite 4: Auf der Suche nach dem idealen Getriebe
Die Wandlerautomatik wird immer effizienter
Auch beim Automatikgetriebe, oft auch als „Wandlerautomatik“ bezeichnet, hat es große Fortschritte beim Wirkungsgrad gegeben. Für sein 6-Gang-Automatikgetriebe nannte der Getriebehersteller ZF Friedrichshafen noch 2006 einen Verbrauchsnachteil von 3,5 Prozent gegenüber einem Handschalter. Das neue 8-Gang-Automatikgetriebe von ZF, das 2010 in Serie gehen soll, soll nochmals 6 Prozent günstiger sein und damit einen sparsameren Antrieb ermöglichen als ein Handschaltgetriebe.
Ob die Wandlerautomatik sich auch in unteren Wagenklassen durchsetzen wird, ist zumindest fraglich, schließlich hat sie es nach jahrzehntelangem Entwicklungsvorsprung bis heute nicht getan. Die momentane Entwicklung deutet eher darauf hin, dass das noch junge Konzept des Doppelkupplungsgetriebes zur ernsthaften Konkurrenz wird, zumal praktisch kaum Komfortnachteile spürbar sind – es sei denn, man legt es bewusst „bissig“ aus, wie Oerlikon Graziano es jüngst demonstriert hat.
Getriebe werden „hybridfähig“
Allerdings dringt auch das klassische Automatikgetriebe in neue Anwendungsbereiche vor: So hat ZF sein neues 8-Gang-Automatikgetriebe „hybridfähig“ ausgelegt, es kann also weitgehend unverändert auch für Hybridantriebe eingesetzt werden. Damit kommt ein weiteres Stichwort ins Spiel, das ebenfalls über die Marktchancen zukünftiger Getriebekonzepte entscheiden könnte – doch nicht jedes Getriebekonzept ist für den Hybridantrieb geeignet. Vor allem das Handschaltgetriebe stößt an natürliche Grenzen; man könnte es zwar theoretisch mit einem elektrischen Antrieb kombinieren, aber für ein brauchbares Zusammenspiel zwischen Elektro- und Verbrennungsmotor ist es ungeeignet.
Wenn man schon einen Antrieb „hybridisiert“, wird man versuchen, den Verbrennungsmotor im Bereich seines besten Wirkungsgrads zu betreiben, dafür ist ein wie auch immer geartetes automatisches Getriebe Voraussetzung. Denn nur automatische Schaltstrategien ermöglichen optimale Schaltpunkte.