Die reale Realität
In Kugelpanorama-Videos können sich Zuschauer umschauen, als seien sie selbst vor Ort. Noch loten Pioniere aus, wie sich die Technik einsetzen lässt. Aber 2016 könnte sie ihren Durchbruch erleben.
Ich schaue nach unten: ein Boden aus festgetrampelter Erde und Müll. Darauf ein paar zerrupfte Zelte. Über mir flattert Wäsche in den Olivenbäumen. Gegenüber wartet eine Menschenschlange vor einem Metallzaun. Wer das Flüchtlingscamp auf der griechischen Insel Lesbos noch weiter erkunden möchte, kann das in Ruhe vom heimischen Sofa aus tun – dank einer sogenannten Kugelpanorama-Kamera. Bis auf einen kleinen blinden Fleck direkt unter ihr nimmt sie alles auf. 360 Grad horizontal, 360 Grad vertikal.
Solche Rundum-Videos lassen sich seit einigen Monaten per Browser bei YouTube oder Facebook anschauen. Mit den entsprechenden Apps auch auf Tablets oder Smartphones. Doch der wahre Wow-Effekt stellt sich erst mit einer Virtual-Reality-Brille ein. Kein Kameramann gibt mehr den Blickwinkel vor, Regie führt die eigene Kopfbewegung.