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Seite 4: Sprachsteuerung

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Bei der Spracherkennung muss Samsung noch nachbessern. Diese Ansage sollte zu einem Termin um 17:30 fĂĽhren.

Eine Neuerung des S3 hat auf der Vorstellung besonders viel Aufmerksamkeit erregt: die Sprachsteuerung, soll sie doch dem Siri-Assistenten des iPhone 4S ähneln. Tatsächlich geht sie weit über das bisher von Android Bekannte hinaus: Man kann etwa einen Termin eintragen, das Wetter abfragen, Anrufe einleiten, Geräte-Einstellungen ändern oder Twitter- und Textnachrichten diktieren. An Siri kommt S Voice allerdings nicht heran, weder bei der Erkennung und Auswertung noch bei der Steuerung der Apps. So erkannte das S3 “Wieviel ist 63 mal 96?” als “Wieviel ist 63 mal Sex und 90?” und wusste keine Antwort.

Sobald die Sprachanfragen etwas komplizierter werden, tippt man doch wieder: Die Pflege des Terminkalenders etwa klappt nicht. S Voice bietet zwar an, einen Termin zu ändern, scheitert aber an der Erkennung, welcher Teil geändert werden soll – der Eintrag neuer Termine hingegen klappt recht gut. Wie beim iPhone 4S findet die Spracherkennung im Netz statt, bei längeren Fragen dauert dies einige Sekunden.

Die Fingerbedienung hat Samsung aber ebenfalls verbessert, viele Funktionen erreicht man über (teils neue) Wischbewegungen. Im Adressbuch etwa streicht man nach rechts, um einen Anruf einzuleiten, nach links für eine SMS; legt man eine Hand auf das Display, schaltet das Telefon alle akustischen Signale stumm. Wischen mit der Handkante nimmt einen Screenshot auf, das Kippen des Smartphones bei gleichzeitiger Berührung des Bildschirms mit zwei Fingern zoomt Fotos. Belässt man nur einen Finger auf dem Touchscreen, kann man durch Bewegung des Smartphones Icons verschieben oder den gezoomten Ausschnitt eines Bildes verändern. Schütteln des Gerätes aktualisiert einige Ansichten, etwa das Wetter, den Mail-Eingangsordner oder die Liste der verfügbaren Bluetooth-Geräte.

Samsung nutzt einige der Sensoren zur Erhöhung des Bedienkomforts. Sind in einer App Telefonnummern erkennbar – zunächst gilt dies für das Telefonbuch und die SMS-App --, so wählt das Telefon automatisch die erste, wenn man es zum Ohr führt, und vibriert dabei kurz. Per Frontkamera erkennt das S3, ob der Nutzer aufs Display schaut, und schaltet es so lange nicht ab – so kann man das normale Timeout auf sonst unpraktikabel kurze Zeiten stellen. Ob sich die permanente Aktivierung all dieser Funktionen auf die Akkulaufzeit auswirkt, konnten wir in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht testen.