Wettrennen ins All: 65 Firmen wollen Raketen fĂĽr kleine Satelliten bauen

Seite 2: NASA: Verlassen Sie sich nicht auf Regierungsaufträge

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Timothy Chen

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Die NASA unterstützt natürlich vor allem Unternehmen in den USA. “Die NASA arbeitet mit Virgin Orbits an aerodynamischen Simulationen des LauncherOne”, erzählte Chen, ”Die Folgewirkungen einer unten an ein Flugzeug gehängten Rakete sind nicht offensichtlich.” Das verändere nicht nur die Aerodynamik, sondern auch das Momentum bei Flugmanövern.

Aber: “Verlassen sie sich nicht auf Regierungsgelder um Ihr Fahrzeug zu entwickeln. Die öffentliche Hand ist da, um Ihnen strategisch zu helfen, aber die [finanzielle] Schwerarbeit muss von Ihnen kommen”, schrieb der NASA-Mann den Startups ins Logbuch.

Sie dürften sich zudem nicht nur auf ihre Rakete konzentrieren. Es gehe darum, ein komplettes wettbewerbsfähiges Startsystem zu entwickeln, von der Startrampe über Computersysteme, Motoren und Treibstoffe bis zu einzelnen Bauteilen: "Sie brauchen ein Ventil? Die traditionellen Lieferanten werden Ihnen einen sehr hohen Preis nennen, und die Vorlaufzeit kann bis zu drei Jahren betragen. Das können Sie sich nicht leisten", sagte Chen in Richtung der Startups.

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Dann müsse man das Ventil eben selbst entwerfen und bauen. Die herkömmlichen Flüssigtreibstoffantriebe mit Turbopumpen seien zwar leistungsstark, aber auch sehr teuer. Eine günstigere Turbopumpe aus dem 3D-Drucker könnte ebenso ein Wettbewerbsvorteil sein, wie günstigere Treibstoffe. (Festtreibstoffe, Gasantriebe sowie Railguns sind Ansätze, die von verschiedenen Projekten verfolgt werden, Anmerkung.)

Mobile Startrampen könnten flexibler und günstiger sein, als fixe. Gefragt seien zudem Alternativen zu den teuren Computern, die die Steuerung der Rakete oder das zu Sicherheitszwecken eingebaute Abbruchsystem betreiben.