US-Senatoren: Soziale Medien bedrohen die Demokratie

Seite 3: Google glänzt durch Abwesenheit

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Neben Facebook und Twitter war eigentlich auch Google oder deren Holding Alphabet geladen gewesen. Doch dieser Konzern war nicht bereit, freiwillig einen Chef zu schicken. Mit Untergebenen gaben sich die Senatoren aber nicht zufrieden, so dass Googles Stuhl im Saal leer blieb. Das könnte sich als Fehler herausstellen.

Senator Richard Burr bei der Anhörung des Geheimdienste-Ausschusses im US-Senat

(Bild: Screenshot)

Denn Senatoren beider Parteien reagierten ungehalten. Der Vorsitzende verpackte seine Kritik in Lob: "Googles eigene interne Sicherheitsteams haben lobenswerte Arbeit bei der Störung (iranischer Einflussnahme) geleistet. Und wir hätten es geschätzt, mit (Google) auf einem angemessenen Niveau der Firmenvertretung zu sprechen. Dennoch sollten ihre Anstrengungen anerkannt werden."

Stellvertreter Warner wurde konkreter. Er sprach von "einer Reihe schwieriger Fragen über strukturelle Schwachstellen bei vielen Google-Plattformen, auf die wir Antworten brauchen werden. Von der (Suchmaschine), die Probleme hat und weiterhin absurde Verschwörungen auftischt, über Youtube, wo russische Desinformationsagenten hunderte polarisierende Videos beworben haben, bis zu Gmail, wo es unzählige Hackversuche staatlich finanzierter Akteure gibt."

"Google hat in diesem Bereich eine enorme Verantwortung. Angesichts der Größe und des Einflusses Googles hätte ich gedacht, dass Googles Führung beweisen hätte wollen, wie ernst sie diese Herausforderungen nehmen, und dass sie eine Führungsrolle in dieser wichtigen Diskussion übernehmen", hielt Warner fest, "Leider haben sie sich nicht dazu entschlossen."

(ds)