US-Senatoren: Soziale Medien bedrohen die Demokratie
Seite 2: Warner: "Russen werden besser"
Burrs Stellvertreter, der Demokrat Mark Warner, setzte sich für gesetzgeberische Reaktionen ein, da die Betreiber Sozialer Medien die Probleme nicht alleine lösen können würden. Zwar hätten sie sich gebessert, "aber auch die Russen werden besser. Sie sind jetzt schwieriger auszumachen. Schlimmer noch, nachdem die russische Vorgehensweise nun bekannt ist, sind auch andere Gegner eingestiegen, zuletzt etwa der Iran."
(Bild:Â Screenshot)
Ausländische Desinformationskampagnen seien aber nur ein Bruchteil der anstehenden Herausforderungen. "So wie Bots, Trolle, Fake-Seiten, und das Austricksen von Algorithmen zur Verbreitung von falscher Nachrichten genutzt werden können, können die selben Werkzeuge für (Betrug durch aufgeblähte Aktiennotierungen), zum Erzeugen von Filterblasen und alternativen Realitäten, zur Aufstachelung zu ethnischer und rassistischer Gewalt und unzählige andere Verstöße genutzt werden."
"Stellen Sie sich die Herausforderung und den Schaden an den Märkten vor, wenn gefälschte Mitteilungen des Vorsitzenden der (US-Notenbank) online durchsickern. Oder denken Sie an den Preis der Aktien einer Fortune-500-Firma, wenn ein unehrlicher Short Seller in der Lage war, falsche Informationen über den CEO der Firma oder die Auswirkungen deren Produkte rasch online zu verbreiten", schilderte Warner.
"Wilder Westen fĂĽr Soziale Medien vor dem Ende"
"Russland-bezogener Informationskrieg passiert heute", betonte der Abgeordnete. Microsoft habe kürzlich russische Versuche, politische US-Organisationen und -Wahlkampagnen zu hacken, aufgedeckt. Gleichzeitig würden Russen weiterhin amerikanische Soziale Medien "infiltrieren und manipulieren, um unseren nationalen Diskurs zu kapern." Die russischen Kampagnen hätten die dunkle Seite des Online-Ökosystems offengelegt. "Und das droht, den amerikanischen Diskurs zu entwerten, Datenschutz zu schwächen, die Wahrheit auszuhöhlen und unsere Demokratie in einem zuvor unvorstellbaren Ausmaß zu untergraben."
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"Schlimmer noch, es wird noch schwieriger werden, da wir uns künstlicher Intelligenz und Deep Fake Technik zuwenden. (…) Ich fürchte, dass wir vor einer neuen Generation der Ausnutzung stehen, wobei gehackte persönliche Information dazu genutzt werden könnte, zugeschnittene Desinformation und Social-Engineering-Anstrengungen zu ermöglichen", warnte Warner.
Er will mit neuen Gesetzen dagegenhalten. Er erwähnte ein Recht, zu wissen, wenn man es mit einem Bot zu tun hat; einfacher zu verstehende Nutzungsbedingungen; die Möglichkeit, eigene Daten von einer Plattform zur anderen mitzunehmen; den Grundsatz der Datenminimierung; den Grundsatz der Zustimmung Betroffener vor Verwendung deren Daten; und Rechenschaftslegung der Plattformbetreiber über ihr "fehlerhaftes Geschäftsmodell Werbung".
Außerdem möchte der Demokrat, dass die Betreiber mehr anonymisierte Daten für die Forschung freigeben, um potenzielle Probleme und Missbrauch entdecken zu können. "Die Ära des Wilden Westens bei Sozialen Medien gelangt zu ihrem Ende", gab sich Warner sicher.