Spyker übernimmt bei Saab das Steuer

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Nicht von dem Spyker-Deal betroffen ist übrigens der schwedische Avionik- und Rüstungskonzern Saab AB mit Sitz in Stockholm. Beide Aktiengesellschaften, die den Namen Saab führen und zum Verwechseln ähnliche Firmenlogos benutzen, haben gemeinsame Wurzeln in der 1937 gegründeten "Svenska Aeroplan Aktiebolaget" (SAAB) – zu Deutsch etwa der Schwedischen Flugzeug(-bau) Aktiengesellschaft –, die ab 1947 auch Personenwagen zu bauen begann. Als erstes Serienmodell kam 1949 der Saab 92 auf den Markt – sein Design war erkennbar vom Flugzeugbau geprägt. Legendär wurden die Rallye-Erfolge des 96 in den 1960er-Jahren.

1990 wurde die Pkw-Sparte aus dem Konzern ausgegliedert und die Saab Automobile AB geschaffen. Dieses Unternehmen gehörte zunächst zu gleichen Teilen dem Lkw-Hersteller Saab-Scania sowie General Motors (GM). Im Jahr 2000 übernahm der US-Autoriese sämtliche Anteile an der Autofirma. Doch die meiste Zeit über blieb die schwedische Edel-Marke ein Verlustbringer für GM, 2008 schrumpfte der Absatz um ein Viertel auf rund 93.000 Saab-Autos. Von Februar 2009 befand sich Saab Automobile im Insolvenzverfahren. Ende 2009 musste Saab mit dem Verkauf von Fertigungstechnologie und Know-how an die chinesische Beijing Automotive Industry Holding (BAIC) einen Aderlass hinnehmen.

2009 verschärfte sich die Absatzkrise der Schweden weiter – die Ungewissheit über die Zukunft der Marke ließ viele Interessenten vor einem Kauf zurückschrecken. So wurden im Jahr 2009 in Deutschland lediglich 1265 Fahrzeuge abgesetzt. Hoffnungsträger ist der neue Saab 9-5: Die große Limousine sowie eine geplante Kombiversion sollen die Verkäufe ankurbeln. (Mit Material der dpa) (imp)