Spargemeinschaft: Toyota Prius+ im Fahrbericht

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Beim Fahrwerk hat sich Toyota etwas Neues einfallen lassen: Um Karosseriebewegungen bei Straßenwellen auszugleichen, wird das vom Elektromotor abgegebene Drehmoment geregelt. Hebt sich die Nase des Autos, wird die Motorkraft reduziert. Senkt sie sich, wird mehr Kraft erzeugt. Die Nickbewegungen des Prius+ sind tatsächlich kaum spürbar, doch ist das Fahrwerk bei schlechtem Fahrbahnbelag ziemlich holprig, es fehlt nach wie vor etwas an der Feinabstimmung. Beim simulierten Pylonenwedeln wirkt das Fahrzeug außerdem etwas schwammig.

Die Vordersitze lassen beim Seitenhalt etwas zu wünschen übrig. Das Gleiche gilt für die Verarbeitung. So wackelt das silberne Plastik auf der Armauflage in der Tür. Die Instrumente sind mittig auf dem Armaturenbrett positioniert. Da der Digitaltacho ohnehin weit oben im Blickfeld des Fahrers liegt, ist das optionale Head-up-Display überflüssig. Überhaupt erschließt sich die Bedienung nicht immer spontan. Wie man an der Klimaautomatik die Temperatur einstellt, bekommt man nur durch viel Probieren oder durch die Betriebsanleitung heraus. Nicht zum Hightech-Anspruch des Prius+ passt die Feststellbremse, die mit einem Pedal betätigt wird. Warum der Parkmodus über eine separate Taste, statt wie gewohnt mit dem Automatikwahlhebel eingelegt werden muss, bleibt mir ebenfalls unklar.

Der Prius+ hat sieben Einzelsitze in drei Reihen. Dabei lassen sich die der zweiten Reihe längs verschieben. Bewegt man sie ganz nach hinten, so genießt man eine stattliche Kniefreiheit, und auch die Kopffreiheit reicht für die meisten Erwachsenen aus. Die dritte Reihe ist allerdings nur für Kinder geeignet. Der Kofferraum fasst sogar in siebensitziger Konfiguration noch 200 Liter. Werden die hintersten beiden Sitze nicht benötigt, versenkt man sie im Boden. Dann stehen bei Beladung bis zur Fensterunterkante 505 Liter zur Verfügung. Klappt man auch noch die Sitze der zweiten Reihe um – sie verschwinden ebenfalls im Boden – dann kann man 1750 Liter Gepäck einladen. Die Werte gehen in Ordnung, beim Zafira Tourer liegen sie ähnlich. Wie beim Opel-Konkurrenten ergibt sich auch im Prius+ ein ebener Ladeboden, allerdings mit Zwischenräumen, in denen kleinere Gegenstände leicht verschwinden können. Mit dieser Einschränkung ist der Kofferraum jedoch gut nutzbar.

Die Preise für den Prius+ beginnen bei 29.900 Euro – nicht allzu viel. Die Basisausstattung ist sehr gut. Sie umfasst außer einem vollständigen Sicherheitspaket auch eine Klimaautomatik, ein MP3-fähiges CD-Radio, ein schlüsselloses Zugangssystem und einiges mehr. Die Ausstattung Life für 31.700 Euro setzt unter anderem noch ein Panoramadach, das Head-up-Display, eine Rückfahrkamera und eine Fahrersitz-Höheneinstellung drauf. Die Topversion Tec-Edition für 36.800 Euro bietet darüber hinaus einen Abstandstempomaten mit Antikollisionssystem, LED-Scheinwerfer, 17-Zoll-Alufelgen, einen Einparkassistenten, ein Navi sowie eine Sitzheizung. Assistenten wie Totwinkel- oder Spurverlassenswarner fehlen dagegen in der Preisliste.