Smarter
Vorbei ist es auch mit den ruckelnden Schütteleien beim Schaltvorgang, die die Fahrer des ersten Smart bis zur Genickstarre nervten und auch bei Generation zwei für Ärger sorgten. „Es wird den Smart mit einer Handschaltung und einem Doppelkupplungsgetriebe geben“, erklärt Markus Riedel weiter, „wir befinden uns gerade in der finalen Phase der Abstimmungen; gerade von der neuen Kombination aus Turbomotor und Doppelkupplung.“
Renault hatte nicht nur bei der aufwendigen zweiten Getriebevariante lange gemeckert und plante, Entwicklung und Produktion für das deutsch-französische Duett gleichermaßen schmal und günstig halten. Daimler wollte hingegen selbst bei seinem Konzerneinsteiger dem Hightech-Anspruch gerecht werden und bestand auf Doppelkupplung und einem stämmigen Paket an Fahrerassistenzsystemen von City-Notstopp über Spurhalten bis zur Einparkautomatik. Sogar eine Rückfahrkamera und Parksensoren sind mit Marktstart Ende 2014 zu ordern.
Breiter fĂĽr mehr Innenraum
Doch es sind nicht allein technische Raffinessen, die den Smart begehrenswerter für seine potenzielle Kundschaft machen sollen. Neben einem gewinnenden Äußeren wurden Platzangebot und Fahrgefühl durch ein zehn Zentimeter breiteres Fahrzeug und eine fast 20 Zentimeter breitere Spur alltagstauglicher gemacht. Ob der Weg in die Breite, den alle gehen, für immer enger werdende Städte der richtige ist, wird die Kundschaft zeigen müssen. Im Inneren ist es natürlich angenehm, denn man sitzt nunmehr deutlich bequemer als bisher. Einhaken und Kurvenschunkeln fallen nach entbehrungsreichen Jahren weg.
Geblieben sind die Tridion-Sicherheitszelle und der winzige Laderaum hinter einer zweiteiligen Heckklappe. Hinter den Tarnmatten des verklebten Prototypen sind Schalter und Lenksteckhebel aus dem Renault-Konzernregal zu erkennen. Der ehemalige Renault-Schlüssel trägt auf seiner Rückseite ein Smart-Emblem. Deutlich zugelegt hat der Smart Fortwo nicht nur bei Platzangebot und Fahrverhalten, sondern insbesondere auch bei seiner Wendigkeit. „Der Wendekreis liegt bei 6,95 Metern. Das ermöglicht allein der Heckmotor“, so Dr. Annette Winkler. Der Viertürer schafft die volle Drehung in 8,65 Metern. Das schafft nicht einmal das aktuelle Modell des Fortwo. Wobei auch die technische Basis der Vorgänger-Smarts nie das Problem war. Es war ihr Preis. Ein Elefantenrollschuh für alle sollte am besten klar vierstellig anfangen. (cgl)