SkyActiv: Mazdas neue Spartechnik

Inhaltsverzeichnis

Der Skyactiv-D hat als Dieselmotor originellerweise exakt dasselbe Verdichtungsverhältnis von 14,0:1. Der Vorteil dieser "weltweit niedrigsten" Verdichtung bei einem Dieselmotor liegt zum einen darin, dass die NOX-Emissionen leichter zu beherrschen sind. Das vereinfacht die Abgasnachbehandlung, selbst ohne einen SCR-Kat oder einen NOX-Speicherkatalysator soll der Skyactiv-D die Euro 6 erfüllen. Außerdem, erklärt ein Mazda-Sprecher, kann der Kraftstoff früher eingespritzt werden, was dem Expansionsverhältnis und somit dem Wirkungsgrad zugute kommt. Mazda verspricht zudem eine Verbrauchssenkung von 20 Prozent, und eine "hohe Drehmomentausbeute" bis hoch zur Drehzahl von 5200 U/min. Für den 2,2 Liter-Diesel peilen die Ingenieure einen Verbrauch von etwa 4 Liter in einer Mittelklasse-Limousine an, und das bei einer Leistung von mindestens 170 PS.

Bei der Automatisierung setzt Mazda offenbar nicht auf Doppelkupplungsgetriebe, sondern auf die Optimierung von Wandlerautomaten. Die neue 6-Stufen-Automatik Skyactiv-Drive soll einen hervorragenden Wirkungsgrad bieten, wozu eine deutliche Erweiterung des Bereichs der Wandlerüberbrückung beitrage. Im Vergleich zu einer aktuellen Automatik verspricht Mazda eine Effizienzsteigerung von bis zu 7 Prozent. Zudem soll die Automatik ein besonders direktes Fahrgefühl vermitteln, ähnlich einem manuellen Getriebe oder eben dem DKG. Es wird spannend, ob tatsächlich dessen Wirkungsgrad erreicht wird und was die neue Automatik kosten soll. Und auch ein neues Handschaltgetriebe mit sechs Gängen läuft zukünftig unter der Skyactiv-Flagge. Hier soll es vor allem die verringerte innere Reibung sein, die für weniger Verbrauch sorgt.

Doch alle Verbesserungen am Antrieb sind natürlich nur bedingt hilfreich, wenn die Autos immer schwerer werden. Schon beim Mazda 2 konnten die Japaner ja gegensteuern, mit dem Skyactiv-Body will Mazda noch konsequenter auf Leichtbau setzen. Die neu entwickelte Karosseriestruktur sei 8 Prozent leichter, bei einer um 30 Prozent erhöhten Steifigkeit. Grundlage dafür seien ein erhöhter Anteil hochfester Stähle und optimierte Verbindungsverfahren. Auch das Skyactiv-Chassis soll zur Gewichtssenkung zukünftiger Modelle beitragen. Zu der neuen Plattform gehören eine neu entwickelte Radaufhängung vorne und eine Multilenker-Hinterachse hinten. Abgesehen von verbessertem Fahrverhalten und höherem Komfort will Mazda auch hier 14 Prozent Gewicht sparen. (ggo)