Gewichtsspirale

Inhaltsverzeichnis

Kurz gesagt: Effizientes Recycling zum Nulltarif gibt es nicht, umso weniger, je komplexer Autos künftig aufgebaut sein werden. Bis jetzt hat sich der Materialwert eines aufgebrauchten Automobils einigermaßen mit den Verwertungskosten die Waage gehalten. Ein Lebensende scheinbar zum Nulltarif. Die Folge vielfältiger Material-Verbindungen ist eine aufwendigere Wiederverwertung in Zukunft. Das wird zusätzliche Kosten verursachen. Wir werden das bezahlen müssen. Entweder über höhere Rohstoffpreise, falls sie im Zuge gesteigerter Nachfrage nach oben ziehen oder über eigene Abwrackgebühren.

Leichtere Werkstoffe zur Anwendung zu bringen ist technische eine spannende Aufgabe, aber kaufmännisch mindestens ebenso, ganz besonders gilt das für die Autoindustrie. Denn in dem Moment, wo ein Autohersteller einen unkonventionellen Weg geht, kann dies maßgeblichen Einfluss auf Rohstoffpreise und Versorgungssituation haben. Das enorme Nachfragepotenzial der Autoindustrie macht praktisch jedes Material, das im Moment in geringen Mengen gehandelt wird, zu einem kritischen Rohstoff. Zum Beispiel Magnesium: Das technische Potenzial dieses Werkstoffs für den Leichtbau ist so hoch, dass es zu einem enormen Preissprung kommen kann, wenn ein einziger Massen-Autohersteller verstärkt darauf setzt. Der ganze Weltmarkt von Magnesium liegt bei rund einer halben Million Tonnen pro Jahr. Das ist so viel wie der Ausstoß eines einzigen kleinen Elektrostahlwerks. (fpi)