Gewichtsspirale
Das Potenzial zur Gewichtseinsparung ist jedenfalls riesig, denn die Ausgangsposition ist derzeit noch bescheiden. Bei konventionellen Automobilen, also der großen Masse der weltweit hergestellten Autos, spielen ausgewiesene Leichtbauwerkstoffe noch eine untergeordnete Rolle. Schnell ändert sich das Bild aber, wenn man in Richtung Premium-Segment blickt und auch im Mittelfeld ist der Kampf um die Kilos bereits in vollem Gang.
Herkömmlicher Stahl immer stärker unter Druck.
Aluminium, warmumgeformte und ultrahochfeste Stähle gewinnen im Karosseriebau zusehends an Terrain. Der Aluminium-Space-Frame, wie ihn Audi vor 20 Jahren im A8 eingeführt hat, und auf den auch Land Rover/Jaguar vermehrt setzt, wird der Oberklasse mit nicht allzu hohen Stückzahlen vorbehalten bleiben. So ist der konsequente Einsatz von Aluminium durchaus nachvollziehbar bei einen Premiumhersteller, der ganz nach oben will, aber kein allgemein anwendbares Rezept unter dem Preisdruck im echten Volumengeschäft. Die Verbindungstechniken unterschiedlicher Materialien werden gleichzeitig immer raffinierter und damit auch die Möglichkeiten, an jeder Stelle den jeweils optimale Werkstoff in optimaler Stärke einzusetzen. Wie schon gesagt: Wenn sich auch griffige Schlagworte leichter verkaufen lassen, der wahre Fortschritt liegt im Detail, und natürlich überall und nicht nur in der Karosserie. Kleinarbeit an jeder Schraube, jeder Abdeckung, jedem Bauteil, egal aus welchem Werkstoff. So werden sich auch neue Kunststoffe und die Kohlenstofffaser ihren Weg Stück für Stück ins Automobil bahnen.
Recycling: Die Herausforderung wächst
Mit zunehmender Komplexität der Bauteile, was die Materialwahl betrifft, steigt auch die Herausforderung im Recycling. Bisher war die Verwertung eines Schrottwagens ja relativ einfach: Runter mit den Rädern, weg mit den Kunststoffstoßfängern, raus mit den Flüssigkeiten und weg mit der Starterbatterie. Der Rest kam in den Shredder und wurde in kleine Stücke gerissen, danach getrennt in Metalle und Müll zum Verheizen und Deponieren. Künftig wird das wesentlich schwieriger. Ein steigendes Bewusstsein bezüglich Lebenszyklus-Energiebilanzen verschärft auch den Focus auf die Wiederverwertung.