Schaeffler steigt bei Conti ein

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Reifen, Elektronik und Kugellager?
Als Continental 2007 Siemens-VDO übernommen hatte, waren die Vorteile für das Produktportfolio noch gut zu erkennen und wurden von Unternehmensseite auch klar kommuniziert. Was damals schon sichtbar war, wird heute noch offenkundiger: Contis traditionelles Kerngeschäft mit Reifen wirkt im Umfeld der anderen Geschäftsfelder heute geradezu wie das fünfte Rad am Wagen, ebenso wie die Sparte Contitech, die sich vor allem als Kautschuk- und Elastomerspezialist darstellt.

Der Zulieferer bietet darüber hinaus aber vor allem Fertigungs- und Entwicklungskompetenz in den Bereichen Fahrwerk und Sicherheit, Antriebsstrang und Interior – und zwar mit einem starken Fokus auf elektronische Komponenten. Mit anderen Worten: Bei fast allen wesentlichen Komponenten im Fahrzeug weiß Conti, wie sie sich steuern und regeln lassen und liefert die Produkte dazu. Schaeffler hält es dagegen eher mit Technik zum Anfassen, so etwa die Kupplungs- und Getriebesysteme von LuK oder Lager und Präzisionselelemente für den Antrieb unter den Marken FAG und INA.

In Zukunft „Powertrain“
Conti teilte heute mit, dass beide Seiten gemeinsam nach „Möglichkeiten strategischer Kooperationsprojekte“ suchen möchte, und zwar „insbesondere im Bereich Powertrain nach dem Grundsatz eines gleichberechtigten Miteinanders zweier leistungsfähiger und unabhängiger Unternehmensgruppen“. Zu dieser Formulierung passt auch die Meldung von Anfang Juli, nach der Conti sich an einem japanischen Lithium-Ionen-Spezialisten Enax beteiligt hat, um seine Kompetenz bei der Entwicklung der „nächsten Generation“ von Hybridantrieben auszubauen.

Branchenbeobachter machen sich schon seit längerem Gedanken, welche Auswirkungen neue Antriebskonzepte auf die Automobilindustrie haben wird. Die Zeiten, in denen Automobilhersteller ihr Image stark über ihre Motoren definierten, dürften mit der zunehmenden Verbreitung von elektrischen Antrieben zu Ende gehen. Selbst prominente „Motorenwerke“ weichen ihre Strategie auf, wenn auch auf unterschiedliche Weise: So hat zum Beispiel BMW längst Motoren im Programm, die in Kooperation mit PSA entstanden. Honda ist einer der Vorreiter des Brennstoffzellenfahrzeugs und versucht, die neuen Herausforderungen in der Antriebstechnik möglichst aus eigener Kraft zu stemmen.