Sauber in Echtzeit
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Grenzen ausloten
Musste man also bisher alle Eventualitäten in Form von „Konfektions(soft)ware“ abdecken, lässt sich ein Motor hinsichtlich Effizienz und Emissionen mit der Zylinderdruckregelung an seine Grenzen treiben. Selbst Unterschiede bei der Verbrennung in einzelnen Zylindern lassen sich auf diese Weise ausgleichen, oder auch schleichende Veränderungen durch Alterung des Motors. „Durch eine exakte Erfassung des Zylinderdrucks lassen sich vor allem auch in den neuen Downsizing-Motoren höhere Spitzendrücke realisieren und damit Standardbrennverfahren problemlos an ihre Grenzen heranführen“, sagt Beru-Chefentwickler Hans Houben. Downsizing ist bekanntlich nicht nur bei Ottomotoren ein Weg zu mehr Effizienz, sondern auch bei Dieselmotoren, denen mehr noch als beim Benziner die Turboaufladung zum Durchbruch verholfen hat.
Wollen wir auch
Dass die Zylinderdruckregelung bei VW nur amerikanischen Kunden vorbehalten bleibt, ist kaum anzunehmen. Warum sollte der europäische Autofahrer zum Beispiel auf weniger Verbrauch verzichten, wenn aus einem eigentlich baugleichen Motor per Zylinderdruckregelung mehr herauszuholen ist? Am Mehrpreis für die Drucksensor-Glühkerzen sollte es nicht scheitern – umsonst gibt es sie zwar nicht, doch zumindest erfordern sie keinen neuen Zylinderkopf: Beim VW-Dieselmotor ersetzen einfach die bisherige Glühkerze, Abmessungen und Gewindedurchmesser sind identisch – eine kleine Anpassung also, die in Dieselmotoren hoffentlich bald häufiger zu finden sein wird.
(ggo)