Riemen statt Kette

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Ovales Rund
Die Wechselintervalle sind bei Pumpe-Düse immerhin gestiegen: Betrugen sie zunächst nur 60.000 und 90.000 km, muss in Modellen ab 2003 nach 120.000 und seit 2005 erst nach 150.000 km der Zahnriemen gewechselt werden. Verantwortlich für diesen letzten Schritt ist übrigens die „Ovalrad-Technologie“. Kein Witz – leicht ovale Zahnräder im Riementrieb sorgen dafür, dass die bereits erwähnten Kraftspitzen durch gezielte Gegenkräfte ausgeglichen werden, sodass die Belastung des Riemens etwas sinkt. Infolgedessen muss er weniger hart eingespannt werden, was wiederum die Reibung reduziert.

Beim aktuellen 2,0-Liter-Common-Rail-Motor von VW zeigt sich der Fortschritt gegenüber Pumpe-Düse-Motoren: Nach 180.000 km soll der Riemen zwar geprüft werden, ein Tausch ist allerdings laut Werkstattliteratur nicht zwingend vorgesehen, wie die Nachfrage bei einem VW-Händler ergab. Doch auch die Zahnriemen selbst sind im Laufe der Jahre widerstandsfähiger geworden. So hat der Kautschuk- und Kunststoffspezialist Contitech nach eigenen Angaben die Haltbarkeit seit 1970 von 120.000 km auf heute 280.000 km steigern können, diese Zahlen beziehen sich allerdings auf Anwendungen in Ottomotoren.

Weniger Reibung mit Zahnriemen
Doch zurück zur CO2-Ersparnis: Der Zahnriemen verursacht laut Contitech zu 30 Prozent weniger Reibungsverluste als ein Kettentrieb. Diese Vorteil wollen laut Hermann Schulte, Entwicklungsleiter für Riementriebsysteme, immer mehr europäische Automobilhersteller nutzen. Dass der Gummiriemen leiser läuft als eine Kette, kann ihnen dabei nur recht sein. Zudem sind Riementriebe kompakter geworden. Die bereits erwähnte Ovalradtechnologie reduziert die Baubreite des Riementriebs um rund 30 Prozent, der Größenvorteil eines herkömmlichen Kettentriebs fällt damit laut Contitech weg.