Regeln für Autopiloten

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Es ist in absehbarer Zeit vorstellbar, sich auf der A2 und der A7 zurückzulehnen und das Steuer aus der Hand zu geben – ohne dass der Fahrer ständig in Habachtstellung sein muss. Hierzu wurde im März auch das Wiener Weltabkommen entsprechend geändert, das bisher eine juristische Grenze zog.

Strittig ist, wie genau die so genannte Rückübergabe organisiert wird. Wenn das Assistenzsystem erkennt, dass es überfordert ist, gibt es die Kontrolle zurück an den Fahrer. Dazu wird es deutliche Zeichen aussenden und einen Übergangszeitraum von mehreren Sekunden lassen. Aus Haftungsgründen ist an dieser Stelle ein Datenschreiber, der zum Beispiel die letzte Minute vor einem möglichen Unfall aufzeichnet, unerlässlich. Hat der Fahrer auf die Übernahmeaufforderung reagiert? Wann genau kam es zum Aufprall – schon in der Verantwortung des Halters, oder war die Software Schuld?

Dass der Grenzbereich vom teil- über das hoch- hin zum vollautomatisierten Auto durchschritten werden kann, hat Mercedes im September 2013 mit dem S 500 INTELLIGENT DRIVE gezeigt. Der Versuchswagen fuhr komplett selbstständig, wenn auch von speziell geschulten Testfahrern überwacht, auf der Strecke der ersten Autofahrt der Bertha Benz von Mannheim nach Pforzheim.

Was fehlt, damit Serienfahrzeuge tatsächlich autonom fahren können? „Wir brauchen noch präzisere Sensoren, noch schnellere Rechner und noch bessere Software“, sagt Eberhard Zeeb von der Daimler AG dazu. Gleichzeitig müsse das alles auch bezahlbar sein.

Branchenkenner gehen davon aus, dass der 360-Grad-Laserscanner von Google pro Stück rund 100.000 US-Dollar kostet. Zu viel für die Autoindustrie, die darüber hinaus alles im vorhandenen Design integriert haben will statt einen Kreisel auf dem Dach drehen zu sehen. Im Fall des S 500 INTELLIGENT DRIVE leisten vier Nah- plus drei Fernbereichsradare sowie eine Stereokamera vorne und eine weitere nach hinten die Erkennungsarbeit. Die hintere Kamera benötigt das Auto zur Einordnung, wo es sich befindet.