Probefahrt im neuen BMW 5er
Hatte der durch neue Fahrwerksmodule und Komfortausstattungen ordentlich zugelegt, ging das Gewicht jetzt wieder nach unten. Der G30 hat im Vergleich zum bisherigen F10 um rund 100 Kilogramm abgespeckt, verspricht BMW. Karbonmodule wie beim größeren 7er sucht man beim 5er jedoch vergeblich. „Karbon ist bei uns kein Selbstzweck“, kontert Johann Kistler, Projektleiter des 5er kurz. Erstaunlich, haben doch die Bayern mit i3, i8 und 7er das Karbonthema aufwendig in Szene gesetzt.
Was wird aus dem 525d?
Immerhin macht Kistler keinen Hehl daraus, dass für ihn die Rückkehr zum 525d als Sechszylinder eine echte Alternative gewesen wäre. Doch zumindest vorläufig bleibt es wie es ist. Spätere Korrekturen sind allerdings nicht nur denkbar, sondern auch wahrscheinlich. BMW wird sicher aufmerksam verfolgen, welchen Erfolg der neue V6-Diesel mit 218 PS bei Audi haben wird. Insbesondere auch deshalb, weil der 525d, der im Jahr 2011 von Sechs- auf Vierzylinder-Motor umgestellt wurde, nur wenig Resonanz bei den Kunden fand. Die meisten 5er hatten den Zweiliter-Diesel eingebaut, der anfangs 184, ab 2014 190 PS leistete. Wer mehr Geld ausgeben konnte und wollte, griff lieber gleich zum Sechszylinder im 530d. Der bot nicht nur bessere Fahrleistungen, sondern auch eine viel bessere Laufkultur. Das Zwischenmodell 525d war nur geringfügig schneller als ein 520d, nicht kultivierter und dabei erheblich teurer.
Mindestens ein Hybridmodell
Die Modelle BMW 520i, 525i und 530i mit 184, 231 und 252 PS bleiben ebenso Vierzylinder wie die kleinen Diesel 520d und 525d mit 190 und 231 PS. Wer Sechs- oder gar Achtzylinder will, muss kräftig investieren. Da gibt es den 540i mit 326 PS und den M550i xDrive, der mit acht Zylindern rund 450 PS leisten wird. Die größeren Sechszylinderdiesel 530d, 540d und M 550d standen bei der Vorgängergeneration gerade in Europa hoch im Kurs. Sie bieten ein Leistungsspektrum von 258, 313 oder 400 PS. Als Alternative wird es mindestens einen Plug-in-Hybrid geben. Denkbar wären die Antriebsstränge aus dem BMW 330e oder 740Le xDrive iPerformance.
Im Innenraum des neuen 5ers ist der Geräuschkomfort selbst ohne Doppelverglasung gut und bei einem Blick unter die schwarzen Tarnmatten sind Displays, Schalter und Bedienelemente zu erspähen, die jenen aus dem aktuellen 7er BMW zum Verwechseln ähnlich sehen. Wie die meisten anderen Fahrzeuge des Bereichs Fahrwerkserprobung arbeitet auch bei dem von uns gefahrenen 530i eine Achtgang-Wandlerautomatik von ZF. Die Handschalter bleiben für Basisvarianten im Programm, im F10 waren sie jedoch nur noch für eine Minderheit interessant.